Allgemeine Therapie der Kreislaufs-Störungen : Kraftabnahme des Herzmuskels, ungenügender Compensationen bei Herzfehlern, Fettherz und Fettsucht, Veränderungen im Lungenkreislauf, etc / von M.J. Oertel.
- Max Joseph Oertel
- Date:
- 1891
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Credit: Allgemeine Therapie der Kreislaufs-Störungen : Kraftabnahme des Herzmuskels, ungenügender Compensationen bei Herzfehlern, Fettherz und Fettsucht, Veränderungen im Lungenkreislauf, etc / von M.J. Oertel. Source: Wellcome Collection.
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![Plethora vera. Herzens erklärt sieb aus den fortdauernd erhöhten Ansprüchen an seine Leistungsfähigkeit, während der Circulationsapparat, wenn auch die Bluthypertrophie durch Herzvergrösserung compensirt wird, unter einer abnormen Spannung steht, [v. Recklinghausen.] ■) Den directen Nachweis von grossen Schwankungen in der Blut- menge bei Thieren und das Vorhandensein von Quantitäten, die man geradezu als Plethora bezeichnen kann, hat Bollinger geliefert. Nach einer auf die Untersuchungen von P an um gestützten Methode hat Bollinger folgendes Verhältniss zwischen Blut- und Körper- gewicht in Procenten gefunden: Min. Max. Dchsch. Schwein 2,25 8,70 4,60 bestimmt von Dr. S. Heinler Rind 6,03 10,0 7,71 Schaf 6,55 10,43 8,1 Hund 4,4 12,4 8,46 Pferd 5,9 13,5 9,75 Kaninchen 3,33 5,55 — * * Dr. J. Ranke. Aus den vorliegenden an Thieren gewonnenen Resultaten ist es durchaus zulässig zu folgern, dass auch beim Menschen analoge erhebliche Schwankungen der Blutmenge vorkommen und nament- lich jene Momente, welche erfahrungsgemäss reichliche Blutmengen zu produciren vermögen, übermässige Ernährung und Mangel an Muskelarbeit, beim Menschen häufiger und intensiver einwirken, und es liegt der Schluss nahe, dass eine wahre Plethora beim Menschen zum mindesten nicht in Abrede zu stellen ist. A priori wäre nach Bölling er nicht einzusehen, warum plethorische Excesse der Blut- menge nach oben nicht ebensogut vorkommen könnten, wie die von Niemand bezweifelten niedrigen Mengen. Auch in dem gesammten Gefässapparate sprechen sich die deutlichen Merkmale einer grösseren denselben ausfüllenden Blutmasse aus, und es ist noch ganz besonders hervorzuheben, dass auch die Blutgefässe wie das Herz dem Volumen des Blutes sich anpassen. Bei blutreichen Individuen sind die Herzhöhlen und Getässe stark erweitert, ihre Wandungen verdickt, während sie bei chronischer Anämie enge zusammengezogen und dünnwandig erscheinen. Am auffallendsten zeigen sich die Diffe- renzen in der Wanddicke und Weite der Aorta, die bei Plethorikern 3—4 Mal so weit gefunden wird als bei anämischen Individuen. ■—— % * ' [) v. Recklinghausen, Handbuch der allgemeinen Pathologie des Kreis- laufes und der Ernährung. Deutsche Chirurgie. Lieferung 2 u. 3. Stuttgart 1883. 3*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20405078_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


