Neue Erfahrungen über Luetische Augenerkrankungen / von Dr. Alexander.
- Alexander, Louis.
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Neue Erfahrungen über Luetische Augenerkrankungen / von Dr. Alexander. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
76/90 page 70
![bei 13 Fällen war S3rp]iilis auszuscUiessen, 19 Mal waren Hut- cliinson'sclie Zähne vorhanden; nach Haltenhoff war also in mehr als der Hälfte der Fälle die Lues als ätiologisches Moment der Kerat. parenchym. anzuklagen, während Rhachitis und Skro- phulose keine Rolle spielen sollen. Bei Trousseau^) sind unter 40 Fällen 37 syphilitischer Natur. Dagegen fand Hochsinger'') unter 63 syphilitischen Kindern weder Hutchinson'sche Zähne, noch Kerat. parenchym. Endlich finden wir bei Pf ist er'') 130 Fälle aus der Praxis von Ha ab zusammengestellt: unter diesen war sicher hereditäre Lues in 40,8 /q, wahrscheinlich hereditäre Lues in 23,8*^/0 = 64,6*^/0 nachgewiesen; Hutchinson'sche Zähne in 23,8 '^/q. — Eine erwähnenswerthe Beobachtung finde ich bei Bronner^), der bei 3 hereditär-syphilitischen Individuen an ein Trauma des Auges sich typische interstitielle Keratitis und peri- phere Chorioiditis anschliessen sah; B r o n n e r hält es für wichtig, festzustellen, dass solche Fälle häufiger vorkommen. Mit Bezug auf diese Beobachtungen beschreibt auch Valude^) einen Fall von Kerat. parenchym. bei einem hereditär-luetischen 17jährigen jungen Manne, hervorgerufen durch Eindringen eines Fremdkörpers in die Cornea. Bekanntlich ist die Uvea in ihren 3 Abschnitten dasjenige Organ des Auges, welches sowol bei acquirirter wie bei heredi- tärer Sypliilis sich am häufigsten ergriffen zeigt, und wiederhole ich auch jetzt wieder, dass eine iritische Affection bei Kindern in den ersten Lebensjahren fast ausnahmslos auf Syphilis hin- deutet. Auch in den verflossenen 5 Jahren hat sich mir die Richtigkeit dieser Erfahrung in mehreren Fällen bestätigt, da ich sowol bei den afficirten Kindern unzweideutige Symptome der Lues nachzuweisen wie auch das Geständniss der Eltern von der vorausgegangenen Ansteckung zu erhalten vennochte. Fälle von Litis parenchymatosa und papulosa resp. gummosa habe ich neuer- dings nur sehr selten beobachten können, während sich in meinem lOankenmaterial 3 neue Fälle von abgelaufener intrauteriner Lido- Cyclitis resp. Chorioiditis vorfinden, die sämmtlich zu Atrophie des Sehorgans geführt haben; in einem dieser FäUe, bei einem 3 Wochen alten Kinde, fand ich den Glaskörper hochgradig getrübt, ausser- dem aber noch einen zwischen Ciliar- und Pupillarrand mi Ge- webe der Iris sitzenden Gummiknoten; auch hier schrumpfte das](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21634531_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


