Die Cephalopoden des Aristoteles : in zoologischer, anatomischer und naturgeschichtlicher Beziehung besprochen / von Hermann Aubert.
- Hermann Rudolph Aubert
- Date:
- 1862
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Cephalopoden des Aristoteles : in zoologischer, anatomischer und naturgeschichtlicher Beziehung besprochen / von Hermann Aubert. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
18/40 page 18
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![den sei, wahrend bei den Tevd-iöeg zwei magenarliee Erweileruneen seien. P. 678'', 30. Man kann, wie oben erwähnt, aus dieser Angabe schliessen, dass T£vd-ig Loligo vulgaris und nicht L. sagitlala sei, denn letzterer schliessl sich ganz der Form des Magens bei den Oetopoden an, wahrend der Blind- sack, des Magens von L. vulgaris von anderer Form und von auffallender Länge ist. Siehe Meckel, System der vergl. Anatomie IV. p. 199 ; v. Sie- bold, Vergl. Anat. p. 391; H. Müller, diese Zeilschrift IV. p. 343. Die angegebene Erweiterung der Speiseröhre kommt dagegen, wie man nach den Worten des Aristoteles glauben sollte, nicht allen Cephalopoden zu, sondern fehlt den Sepien und Calmaren, findet sich aber bei den Oeto- poden. Möglich ist es auch, dass Aristoteles die kropfarlige Erweiterung der Speiseröhre bei den Oetopoden nicht erwähnt hat, sondern mit dem »vogelartigen Kröpfe« [rcqoloßos oQvid-aidrjs] das gemeint hat, was jetzt als Magen bezeichnet wird. — Von dem Muskelmagen der Oetopoden ist nichts erwähnt, ebensowenig von den Windungen des Mastdarmes bei dieser Familie. Leber. Die Leber bezeichnet Aristoteles bei den blutlosen Thieren theils mit dem Worte nrjxwv, theils mit (xvvig; bei den Cephalopoden braucht er diesen letzteren Ausdruck, welcher der gebräuchlichere ge- wesen sein muss, da es heisst: o v.alovGi fivziv. H. A. öSi, 15. IV. 1. Dass es dem Organe entspricht, welches jetzt Leber genannt wird, geht aus den Angaben des Aristoteles, wonach es unterhalb des Mundes liegt, von dem Oesophagus durchbohrt wird und auf ihm der Tintenbeulel {■d-oXog) liegt, hervor. 1. c. und P. 679, 7. IV. 5. Nähere Angaben hat unser Autor tlber dieses Organ nicht gemacht, und namentlich ist seine Verbindung mit dem Darmcanal von ihm nicht erkannt worden. Tin tenf 1 üssi gkei t. Von dem den Cephalopoden eigenlhümllchen Organe, dem Tintenbeutel sagt Aristoteles, dass die Sepie die meiste Tin- tenflUssigkeit führe und dieselbe, wenn sie sich fürchte, ausspritze, was auch die übrigen Cephalopoden thäten; ausserdem aber wende die Sepie die TintenflQssigkeit gleichsam als Schirm an, um ihren Körper zu ver- decken. Die Flüssigkeit werde nie vollkommen entleert und sammle sich nach einer Entleerung von Neuem an. Der Tintenbeutel liege bei den Sepien weiter unterhalb an dem Magen, bei den Loliginen und Oetopo- den aber mehr auf der Leber; er habe einen Ausführungsgang, welcher neben dem After verlaufe und gemeinschaftlich mit ihm in den Trichter ausmünde. Aristoteles sieht die Tintenflüssigkeit als eine Abscheidung erdiger Masse an und vergleicht sie mit den weissen Massen in den Ex- crementen der Vögel (also mit Harn) und scheint auch den Tintenbeutel als das Analogen der Harnblase anzusehen. H. A. öai*, 15. IV. 1. 621'', 30. IX. 37. P. IV. 5. 679, 1 — 30. (Er vergleicht das Ausspritzen der Tinte, welches aus Furcht und zur Rettung und Erhaltung geschähe, mit dem aus Angst entstehenden Durchfalle und Harnabgänge.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22267451_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)