Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der physiologischen Chemie / von W. Kuhne. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
16/626 (page 2)
![man als gemischten Spei che] bezeichnet, so erfordert doch jede Drüse ihre Betrachtung im Einzelnen. Erst wenn wir die Secretionsbedingungen jeder einzelnen Drüse, die chemischen Beslandtheile ihres Secrets, und die Wirkung jedes einzelnen derselben auf den VerdauungsproceSS kennen, kann die Untersuchung der Wirkungen gemischter Secrete beginnen. 1. Der Submaxillarspeichel. Dieser Speichel wird von der Submaxillardrüse abgesondert und durch den Whartonscheu Gang in die Mundhöhle ergossen. Aus seiner .Mündung fliessl aber gewöhnlich noch ein anderes Secret mit aus, das der Sublingual- drü'se. Um reinen Submaxillarspeichel zubekommen, müssen deshalb Canü- len in den Gang gelegt werden, was bei Thieren ausführbar ist. .Man kann allerdings beim Menschen Canülen durch die Mündung einführen, allein es ist nicht immer möglich zu entscheiden, ob dieselben in den Wharton'schen Gang oder in den seitlich einmündenden Ductus Barlholinianus vordringen. Will man auf die Trennung dieser beiden Speichel verzichten, und sie nur im Gegensatze zum Secrete der Parolis oder zu anderen Flüssigkeiten der Mund- höhle untersuchen, so genügt dieses Verfahren allerdings, und kann selbst durch ein noch einfacheres ersetzt werden, da man beim Umschlagen der Zungen- spitze gegen den Gaumen nicht selten etwas dieses Speichels im Strahle oder in fliegenden Tropfen aus den beiden Mündungen der Gänge heraustreten lassen kann. An einer beim Hunde in den Gang gelegten Canüle beobachtet man Fol- gendes. Gleich nach dem Einschieben werden in der Begel einige CCm. eines sehr trüben weisslichen Speichels entleert, bald darauf aber fliesst ohne äussere Veranlassung kein Tropfen mehr ab. Zeigt man dem hungernden Thiere sein Futter, so fliessen wieder einige Tropfen ab. Auch diese Secre- tion ist immer nur unbedeutend und erlischt bald. Eine sehr beträchtliche Speichelmenge erhält man, wenn man die Mundhöhle mechanisch reizt, durch Kitzeln mit einer Federfahne, oder wenn man sie ohemisch reizt durch Aether, durch Alkohol, saure und alkalische Flüssigkeiten, oder durch scharfe Gewürze, besonders rothen Pfeiler. Die hierauf erfolgende Absonderung be- ginnt merklich später, als der Anfang des Reizes und ebenso merklich spä- ter, als die Bewegungen des Thieres Geschmacksempfindungen anzeigen. Sie Uberdauert andrerseits den Reiz merklich, und ist ganz unabhängig von den sie anfangs begleitenden Kaubewegungen. Die Absonderung ist ferner nicht bei allen Reizen dieselbe, alkalische Flüssigkeiten und scharfe Gewürze rufen eine sehr zähflüssige, weisslich trübe Absonderung, saure Flüssigkeiten eine ganz klare und weniger zähe hervor. Diese Absonderungen werden vermittelt durch Erregungen der empfindenden Nerven der Mundhöhle, sie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925756_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)