Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der physiologischen Chemie / von W. Kuhne. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
555/626 (page 541)
![ßeide Formeai schlissen sieh nicht aus, da bei manchen Nierenkrankheiten hyaline Cylinder beobachtet werden, welche stellenweis mit Epithehen oder deren Derivaten beklebt sind. Man pflegt schlecht anzunehmen, dass die hyalinen Cylinder, die übrigens oft im Innern Blut- und Eiterkörper ehen ent- halten, ans Fibrin bestehen, was in letzterem Falle auch wohl richtig sein mag. Die von solchen Zumischungen freie» Cylinder sind bisher nur durch die allgemeinen Albuminproben als ciweissartig erkannt, während jeder be- weis fehlt, dass sie wirklich aus Fibrin bestehen, so wahrscheinlich dies immerhin sein und wie wenig der Vorstellung im Wege stehen mag, dass sie beiEiweissharnen entstellen, indem die transsudirtenFibringeneratoren schon in den Harncanälchen zur Bildung des Fibrins zusammentreten. Der Eiweissharn, wie er bei Krankheiten auftritt, kann künstlich in der verschiedensten Weise erzeugt worden, indem man entweder locale in Struc- turveränderungen bestehende Nierenerkrankungen hervorruft, oder indem man verschiedenartige Störungen des Blutkreislaufes erzeugt, Eine dritte Art von Albuminurie entsteht durch Veränderungen der Blutmisehung. Abge- sehen von dem nicht allen Beobachtern geglücktenEiweissharnen durch Koeh- salzhunger, hat Slockvis eine künstliche Albuminurie kennen gelehrt , die durch Einführung eines dem Körper der Säugethiere fremden Aibuminstoffes entsteht. Spritzt man Hunden verdünntes und filtrirtes Hühnereiweiss in die Venen oder füttert man sie mit grösseren Mengen ausgelassenen Eierweisses, so entleeren sie vorübergehend Eierweiss mit dem Urin. Das Eierweiss zeichnet sich vor dem damit im übrigen vergleichbaren Serumeiweiss aus durch seine. Fällbarkeit mittelst Aether, zum Beweise, dass es nicht als vollkommen iden- tisch mit jenem anzusehen ist. Allein die Annahme, dass es nur das in den Blutstrom gelangte differente Eiweiss sei, welches durch die Nieren wieder ausgeschieden wird, wurde von J. C. Lehmann widerlegt, der im Harne mehr Eiweiss fand, als eingeführt worden. Die Ursache der Erscheinung muss demnach eine andere sein, die jedoch \or der Hand räthselhaft ist, da directe Bestimmungen des Blutdruckes während des Versuches ergeben haben, dass das Hühnereiweiss Veränderungen in diesem Sinne, die zur Erklärung des Factums heranzuziehen wären, nicht erzeugt. Einspritzungen von Serum- eiweiss, von schwach alkalischen Lösungen des Sxnlonins und des Kali— albuminats, sowie der Lösungen des Myositis in Salzen, bringen keine Eiweiss- harne hervor, falls die Vorsicht befolgt wird, vor der Einspritzung so viel Blut aus der Vene abzulassen, als dem langsam einzuspritzenden Volum ent- spricht; so dass keine Steigerung des Blutdruckes stattfinden kann ./. ('. Leh- mann]..— Nach sehr copiosen und oiweissreichen Mahlzeiten soll der mensch- liche Harn ober Spuren von Eiweiss enthalten ? . In mannichfacher Weise experimentell erzeugte Störungen des Blutlaufes bewirken den Uebergang von Eiweiss in den I rin , so Stockungen nach vor- übergehender Erstickung, nach Verschluss des rechten Herzens mittelst Auf-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925756_0555.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)