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Credit: Chirurgische Operationslehre / von Th. Kocher. Source: Wellcome Collection.
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![aspera, der Sehnenansätze (drei M. glutaei, Pyriformis, Obturatorius externus und internus mit Gemelli, Quadratus femoris am und unter dem Trochanter major, Iliopsoas am Trochanter minor) und des Kapselansatzes im Bereich der Linea intertrochanterica anterior und posterior mit dem Messer. Das Ligamentum teres wird durch mehr- maliges Umdrehen des Knochens zerrissen. Wie Roux anderwärts mitgetheilt hat, besteht unsere Resections- amputation in Folgendem (wir machen die Operation seit 1876 mit tadellosem Resultat, insofern als wir keinen Kranken [9 Fälle] an den Folgen dieser Methode verloren haben): Schnitt wie bei der Resectio coxae geschildert, bogenförmig über den grossen Trochanter und durch die Fasern des Glutaeus maximus (aber kürzer als der gewöhnliche Resectionsschnitt). Letztere werden stumpf auseinander gezogen und nach Ligatur einiger Glutäaläste und am Schenkelhals und Trochanter einiger Aeste der A. circum- flexae wird bis auf den Knochen geschnitten, die Kapsel sammt Limbus gespalten, die Ansätze der Glutaei und des Pyriformis nach vorne, der Obturatorii und des Quadratus nach hinten dicht am Trochanter abgelöst, und der Femurkopf luxirt unter Durchschneidung oder Zerreissung des Lig. teres. Vom Trochanter major abwärts löst ftian die Weichtheile vorne und hinten bis zum Trochanter minor ab, wo man den strammen Ansatz des Iliopsoas mit dem Messer lostrennt. Nach gehöriger Blutstillung wird das Bein senkrecht empor- gehalten und ein Esmarch, d. h. ein dicker Kautschukschlauch in Achter- touren um den höchsten Theil des Oberschenkels und das Becken, resp. Abdomen gelegt, und zwar muss die Kreuzung der 8 an die hintere äussere Seite, hinter und über dem Trochanter major gelegt werden, damit vorne ein gehöriger Druck des Schlauches stattfindet. Nun folgt die hohe Amputatio femoris. Circulärer Hautschnitt oder Lancettschnitt oder Bildung zweier kurzer Lappen je nach disponibler Haut, Zurückziehen der Haut und Durchschneidung der Muskeln glatt bis auf den Knochen. Die Weich- theilbedeckung muss stets so reichlich wie möglich bemessen werden. Nach Spaltung des Periosts wird stumpf das Periost nach oben zurück- geschoben, an der Linea aspera mit dem Messer gelöst. Dann wird der Knochen durchgesägt und sämmtliche sichtbare Gefässe, zunächst die Arteria und Vena femoralis, dann A. und V. profunda, die Vena saphena und die zahlreichen kleinen Gefässe sorgfältig unterbunden und der Schlauch gelöst. Der Oberschenkel-Knochenstumpf wird mit einer aseptischen Gaze gefasst und unter subperiostaler Lösung der letzten Verbindungen durch Drehen herausgelöst. Einlage von Drains durch eigene OefF- nungen neben der Resections- und Amputationswunde, welche ihrer- seits durch Schichtennähte verschlossen werden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172572_0624.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)