Volume 1
Lehrbuch der Gehirnkrankheiten für Aerzte und Studirende / von C. Wernicke.
- Date:
- 1881-1883
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Credit: Lehrbuch der Gehirnkrankheiten für Aerzte und Studirende / von C. Wernicke. Source: Wellcome Collection.
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![Furchung an die der meisten Affengehirne (Fig. 10). Seine Ab- grenzung gegen den Schliitelappen gescliiebt durch eine furche, die untere Occipitalfurche <] (Fig. 15 und 16), welche erst durch den Vergleich mit dem Affengehirn in ihrer Bedeutung er- kannt. worden ist. Sic ist nicht constant, obwohl in der Mehrzahl der Fälle vorhanden, und kann auch durch einen von der vorderen Occipitalfurche rückwärts abbiegenden Schenkel, wie in Figur 14, vertreten werden. *) Der Schläfe lappen entspricht wieder dem Urwindungstypus und zeigt ausser dem Gyrus hippocampi oder der Haken windung 3 Längswindungen, von denen die dritte, die S p in d el win düng, schmal und inconstant ist, indem sie ganz fehlen oder mit der Hakenwindung verschmolzen sein kann. Die Hauptmasse wird stets durch die zweite Schläfewindung gebildet, welche durch gewöhnlich seichte Längsfurchen noch secundär gespalten sein kann. An ihrem hinteren Ende zerfällt sie stets in mindestens zwei Aeste, von denen constant der eine, der aufsteigende Ast der zweiten Schläfewindung, vor der vorderen Occipitalfurche gelegen ist und als Angularwindung zum unteren Scheitelläppchen gehört, der andere durch eine bald schmale, bald breitere Brücke hinter der unteren Occipitalfurche mit dem Occipitallappen zusammenhängt. Die Furche, welche die zweite Schläfewindung von der Spindelwindung trennt, ist die stets sehr tiefe zweite Schläfe- oder Spindel furche. Die erste Schläfe- windung, meist ziemlich dünn, mit ihrem oberen Ende in das untere Scheitelläppchen (Marginalwindung) übergehend, ist von der zweiten durch die weit in das Scheitelläppchen hinaufreichende erste Schläfe- oder Parallelfurche geschieden. Die m e d i a 1 e Fläche der Hemisphäre zeigt einfachere Ver- hältnisse (Fig. 17). An Figur 17 sehen wir, in einander übergehend, die uns bereits bekannte Balken- und Hakenwindung (Gyrus forni- catus und hippocampi). Die Balken windung liegt der oberen Fläche des Balkens auf und ist durch die Callosomarginal- f u r c h e cm begrenzt, welche, gewöhnlich unüberbriiekt, im grössten Theil ihrer Länge dem Balken parallel verläuft und auch ent- sprechend dem Knie des Balkens sich nach unten krümmt. Mit ihrem hinteren Ende dagegen wendet sie sich vom Balken ab und steigt bis an die mediale Kante der Hemisphäre empor, wo sie an einer bestimmten Stelle, nämlich dicht hinter der hinteren Central- *) Vergl. VVernicke I. c. Wernicke, Lehrbuch der Gehirnkrankhelten. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924843_0001_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)