Lehrbuch der histologie und der mikroskopischen anatomie des menschen mit einschluss der mikroskopischen technik / von dr. Philipp Stöhr.
- Philipp Stöhr
- Date:
- 1896
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Credit: Lehrbuch der histologie und der mikroskopischen anatomie des menschen mit einschluss der mikroskopischen technik / von dr. Philipp Stöhr. Source: Wellcome Collection.
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![Nach Ablauf derselben nehme man einen tiefen Teller, lege einen Objektträger hinein und stelle auf diesen das Einbettungsrähmchen, in welches jetzt Paraffin und Objekt gegossen werden. Dann gebe man, so lange das Paraffin noch flüssig ist, dem Objekt mit erhitzten Nadeln die ge- wünschte Lage. Sobald das geschehen ist, giesse man in den Teller vor- sichtig kaltes Wasser bis zum oberen Rande des Rähmchens; das Paraffin beginnt sofort zu erstarren, worauf man noch mehr Wasser zugiesst, bis das ganze Rähmchen unter Wasser steht. ■ Durch diese Manipulation erhält das Paraffin eine homogene Beschaffenheit, während es sonst leicht krystallinisch wird und dann sowohl schwerer zu schneiden ist, als auch auf die Struktur der eingeschlossenen Theile schädlich einwirkt. Nach etwa zehn Minuten werden die Metallplatten abgenommen und der Paraffinblock bis zur voll- kommenen Erstarrung auf dem Objektträger im Wasser belassen. Das so eingeschmolzene Objekt ist schon nach einer halben Stunde schneidbar; soll es später verarbeitet werden, so wird es mit einer Nadel signirt und kann bis zum Schneiden unbegrenzt lange Zeit aufgehoben werden. B. In Celloidin. Hierzu bedarf man a) einer dünnen Lösung von Celloidin. Das bei Dr. Grübler käufliche Celloidin hat die Konsistenz speckigen Käses; ein 30 gr schweres Stück wird in kleine Würfel geschnitten und mit ca. 30 ecm absolutem Alkohol -{- ebensoviel Aether übergössen, b) eine etwas dickere Lösung von ca. 30 gr Celloidin in 20 ccm absol. Alkohol -]- 20 ccm Aether. Diese Lösung hat die Konsistenz eines dicken Syrups. Beide Lösungen sind in gut verschlossenen weithalsigen Flaschen auf- zubewahren und können, wenn sie zu sehr eingedickt sind, durch Zugiessen von Aether-Alkohol verdünnt werden ^). Die einzubettenden Stücke müssen vollkommen wasserfrei sein, 1—2 Tage in mehrmals gewechseltem absolutem Alkohol gelegen haben. Aus diesem werden die Stücke in die dünne und am nächsten Tage in die dicke Celloidinlösung übertragen. Hier können die Stücke beliebig lange ver- weilen. Meist sind sie nach weiteren 24 Stunden hinreichend durchtränkt; nur grosse, viele Binnenräume enthaltende Objekte müssen länger (bis zu 8 Tagen) in der dicken Lösung verweilen. Dann wird das Stück rasch auf einen Korkstöpsel aufgesetzt und etwas Celloidin darübergegossen. Dabei ist zu beachten, dass das Objekt nicht fest auf den Kork aufgedrückt werde, sonst löst es sich leicht. Es muss sich eine 1—2 mm dicke Schicht^) dem Paraffinehloroform benützt werden. Enthält das Schälchen nach häufigerem Gebrauclie viel Chloroform, so kann man dieses durch stärkeres Erhitzen des Paraffins austreiben. So lange das Paraffin noch Chloroform enthält, steigen von einer eingetauchten heisseu Nadel Bläschen auf. 1) Nach einiger Zeit werden die Lösungen trüb und milchig; es ist alsdann besser, die Lösung vollkommen eintrocknen zu lassen und die Stücke von Neuem in Aether- Alkohol zu lösen. ^) Dicker -darf die Schicht nicht sein; auch gut gehärtetes Celloidin ist elastisch, eine dicke Schicht solch elastischen Materials würde zu einem Ausweichen des Objektes beim Schneiden Veranlassung geben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21206387_0372.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)