Streitfragen der deutschen und schwedischen Heilgymnastik / erörtert in Form myologischer Briefe zwischen D.G.M. Schreber und A.C. Neumann.
- Moritz Schreber
- Date:
- 1858
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Credit: Streitfragen der deutschen und schwedischen Heilgymnastik / erörtert in Form myologischer Briefe zwischen D.G.M. Schreber und A.C. Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![in der Praxis und Theorie sich verständigen kann. Nun erst, nachdem ein festes Verständnis» angebahnt ist, nachdem man namentlich der Verwechselung vorgebeugt hat, nun erst kann man der schwierigen Untersuchung nachgehen, zu entscheiden, welche Muskelgruppen bei solchen fest bezeichneten Bewegungen tluitig oder unthätig sind. Auf diese Weise, und auf diesem, wie ich mir schmeichle, streng logischen Wege, habe ich alle meine Schriften über Gymnastik geschrieben und alle meine Untersuchun- gen über Muskelwirkung angestellt. §. 155. Wenn Sie nun gerade umgekehrt von der tbätigen Muskelgruppe ausgehen (das Unbestimmteste, was es nur geben kann, wie ich Ihnen oben [§. 143 ff ] bewiesen habe), und darnach sogar die Bewegungsform benennen wollen (denn Thesis 45 heisst es ja: ,,Sie wollen in jenem Beispiele den innern Process der Arm- beugung, — — — Unterarm-Gebeugt werden“): so hört gerade nach meiner Ansicht alle Verständigung auf, und ich muss, wie Sie zu sagen belieben, „auch mein Schwert in die Scheide stecken“. Ueber Thesis 46 (S. 82). §. 156. In Thesis 46 wollen Sie sogar die activen Bewegun- gen (nicht allein die duplicirten) nach den vorwaltend thäligen Mus- kelgruppen eintheilen. Dieses kann ich leider auch nur für eine Betrachtungsart halten, die zu den grössten Verwirrungen führen muss: ja wodurch nicht einmal bestimmte und unterscheidbare Na- men für die Klassen der Activbewegungen gewonnen werden kön- nen. Dass ich die Eintheilung dieser Bewegungen auf andere Weise gemacht und daher auch zu bestimmten der Verwechselung nicht unterliegenden Namen gekommen bin, dafür dürfte sprechen, wenn Sie sich es einzusehen die Mühe geben wollten, mein „Lehrbuch der Leibesübung, Bd. II. §. 439—449 und §. 461 ff. Ueber Thesis 47 (S. 84). §. 157. Was Ihre Thesis 47 eigentlich erörtern und beweisen soll, sehe ich zwar so eigentlich nicht ein, dennoch wage ich Ihnen auf Ihren „vergeblichen Versuch, dem Gymnasten zuzumuthen, die Bolle einer Reckstange zu übernehmen“, zu erwidern, dass Sie wohl nicht mein „Lehrbuch der Leibesübung“, Bd. I. S. 60, 61 ge- lesen haben. Denn sonst würden Sie wissen, dass ich durch die „Drückung, Ziehung oder Fassung“ vermittelst der Hand des Gym-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28102538_0110.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


