Klinische Beobachtungen uber die Wanderniere bei Frauen / von Ludwig Knapp.
- Date:
- 1896
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Credit: Klinische Beobachtungen uber die Wanderniere bei Frauen / von Ludwig Knapp. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![eine bestehende Abdominalplothora erklärt werden können, hat be- greiflicherweise eine entsprechend construierte Bandage häufig den Erfolg, ausser der Zurückhaltung der Niere an normaler Stelle auch die Blutungen zu beseitigen, jedoch nicht dadurch, dass die Niere reponiert wurde, sondern lediglich dadurch, dass der in diesem Falle stets vorhandene Hängebauch, resp. die mit demselben ver- bundenen Circulationsstörungen, eliminiert wurden. Am weitesten in der Annahme des schädlichen Einflusses von Nierendislocationen auf die Circulationsverhältnisse speciell der weib- lichen Geschlechtsorgane ist Thiriar]) gegangen. Nach ihm sollten durch Compression des Plexus spermaticus nicht nur durch venöse Stauung bedingte pathologische Gewebsveränderungen (Endometritis), sondern durch letztere geradezu mit Schaffung eines locus minoris resistentiae für Infectionserreger das Zustandekommen der ver- schiedenartigsten entzündlichen Krankheitsvorgänge im weiblichen Genitalapparate begünstigt werden. Nicht selten beobachtete ich das gleichseitige Vorkommen von Eierendislocationen bei krankhafter Vergrösserung des TJterus (Metritis, Myome); -) wir haben bei Besprechung der Aetiologie auf die möglicherweise bestehende Abhängigkeit der Nierendislocationen von dem Verhalten des vergrösserten Uterus (Anteflexion) hin- gewiesen; an dieser Stelle nun muss des umgekehrten Verhältnisses gedacht werden, dass nämlich Wandernieren auf die von Thiriar betonte Weise das Auftreten von Metritiden wenn nicht schon hervor- zurufen, so doch zu begünstigen scheinen; möglicherweise würde auf dieselben Störungen auch die häufigere Entwicklung von Myomen zu beziehen sein. Circulationsstörungen im Parenchyme des Uterus sind vermöge der eigentümlichen Anordnung der Gefässe ungemein häufig und leicht auszulösen. Circulationsstörungen allgemeiner Art, die ihren Ausdruck in unangenehmen Sensationen, wie Herzklopfen, Congestionen u. s. w. finden, dürften bei mit Wanderniere behafteten Frauen wol nicht häufiger Vorkommen, als bei solchen, die nicht daran leiden; auf- fallend fand ich in einigen Fällen eine aus anderen Ursachen nicht erklärliche Tachycardie, (Puls von 120 resp. 128—144! in der Minute), Fälle betreffend, die nicht allein von mir, sondern auch von zugezogenen internen Klinikern als frei von jeder anderen r) Thiriar, Störungen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane in Folge von ren mobilis. Brüssel 1892. 2) Vergl. Scanzoni, Die chronische Metritis, Wien 1863. § 2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21917796_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)