Verbreitungsart der Cholera in Indien : Ergebnisse der neuesten aetiologischen Untersuchungen in Indien / von Max v. Pettenkofer.
- Date:
- 1871
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Credit: Verbreitungsart der Cholera in Indien : Ergebnisse der neuesten aetiologischen Untersuchungen in Indien / von Max v. Pettenkofer. Source: Wellcome Collection.
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![Im Jahre 1858 spiegelt sich in der Gefangenenbevölkerung des Panjab der durchschnittliche Rhythmus für diese Provinz, annähernd wie vorhin im Jahre 1865 in Niederbengalen der für diese Provinz eigenthümliche, und 1867 ist eine Abweichung von der Regel im Panjab. wie 1866 von der in Niederbengalen. Fragt man, was sowohl im endemischen, als auch in den epi- demischen Bezirken das wesentlichste zeitliche Moment für die Cholera abgiebt, so antwortet Bryden mit aller Bestimmtheit: die Monsuneintlüsse. Bryden ist so fest davon überzeugt, dass er (S. 89) wörtlich sagt: „Ich brauche nicht länger dabei zu ver- weilen, dass die Cholera mit den Monsuneinflüssen geht, und dass eine Cholera, welche von einer trockenen Atmosphäre fest geankert ist, in Bewegung kommt, sobald das Fahrzeug für seine Fortschaf- fung (nämlich eine feuchte Atmosphäre) gegeben ist.“ Seite 51 erwähnt er: „DemZug des Monsuns folgend, welcher die westliche epidemische Abtheilung unserer Präsidentschaft beeinflusst, in einer Linie von Jagannäth (Purie) bis Lahor erstrecken sich die Zeitpunkte des Ausbruches sowohl der reproducirten als der einwandernden Cholera vom 20. Juni bis 7. August, stufenweise später werdend, wie man sich den Grenzen nähert, welche die Monsuneinflüsse im Nordwesten erreichen; für eine Provinz ist Finde Juni oder Anfang Juli die normale Zeit, in einer anderen herrscht die Cholera im Juli, in einer dritten im August. Wo der Monsun endet, dort endet die Epidemie des Jahres: im Jahre 1856 und 1861 war das in Lahor, im Jahre 1865 im Firdzpur- Districte. Die Grenze des Monsuns ist geographisch von der nordwestlichen Wüste gesteckt, welche hei jeder Gelegenheit auch im Nordwesten die Grenze der Cholera ist, welche mit dem Mon- sun von Südosten her wandert.“ Eine höchst wichtige und zeitweis wiederkehrende Thatsache ist, dass den Hungerjahren im Panjab (1860/1861) cholerafreie, aber fast regenlose Zeiten vorhergehen, und dass die Hunger- jahre in Niederbengalen (1866 ]) von cholerareichen, aber regen- armen oder in Bezug auf Regenvertheilung abnormen Zeiten ein- geleitet werden. Es ist interessant auf der Karte, welche die Cboleraausbreitung im Jahre 1860 darstellt, das plötzliche Ab- brechen der Epidemieen nördlich vom 28. Breitengrade zu gewah- ren. In diesem Jahre haben hier die Monsuns fast ganz geman- ’) Bryden (Orissa) p. 124. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21994626_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


