Chemische Untersuchungen über die faelschlich Hirnfette genannten Substanzen und ihre Zersetzungsprodukte / von Hermann Köhler.
- Köhler, Hermann.
- Date:
- 1868
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Credit: Chemische Untersuchungen über die faelschlich Hirnfette genannten Substanzen und ihre Zersetzungsprodukte / von Hermann Köhler. Source: Wellcome Collection.
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![traktion wegen, weniger wahrscheinlich war, von Xanthin oder Harnsäure vermuthet *) werden konnte, dar. Nach dem von Scherer befolgten **) ' Verfahren wurde das eben erwähnte Pulver in wenig Wasser suspendirl und diese Mischung stark mit Essigsäure übersäuert. Nach 24stündiger ' Digestion war, bis auf eine geringe Menge einer flockigen, beim Trocknen fest an das Filtrum festbackenden und von demselben ohne Beimengung ' von Papierfasern durch Abreiben etc. nicht trennbaren Materie, der (bei 248 Gr. angewandten Bleisalzes [§. 7.] zwölf Gran betragende) Rückstand klar gelöst! Das klare, essigsaure Filtrat gab beim Eindampfen einen grau- weissen, sich lang zerrenden, nicht krystallinischen Rückstand, welcher in~ möglichst wenig Wasser gelöst, filtrirt und in vier Portionen getheilt wurde. Mit diesen wurden folgende Versuche angestellt: I. die eine Hälfte der Ersten wurde in eine wässrige, die zweite in j eine ammoniakalische Lösung von Silbersalpeter gegossen. So entstand im ersten Falle ein unlöslicher, nur in Salpetersäure auf- löslicher Niederschlag,' welcher sich beim Erkalten in Krystall- schuppen wieder ausschied, im Zweiten ein ebenfalls unlöslicher, gelatinöser Niederschlag; II. die zweite Portion wurde durch eine Auflösung des essigsauren Kupferoxydes graubraun gefällt; III. die dritte Probe wurde in einem kleinen Abdampfschälchen unter Schwenken und Blasen mit wenigen Tropfen Salpersäure über einer kleinen Weingeistflamme vorsichtig eingedunstel. Es blieb ein gelber Fleck, welcher beim Zulliessenlassen eines Tropfens sehr concentrirter Kalilösung eine schöne, rothe Färbung (Nuance des« Bleiroths) annahm, zurück; IV. die vierte Portion endlich, in wenig siedender Chlorwasserstoff- säure gelöst, schied sich beim Erkalten in sehr feinen, perlmutter- glänzenden Krystallnadeln, welche durch Behandlung mit kochen- dem Alkohol ganz rein erhalten werden konnten, und, in siedendem Wasser gelöst, mit Platinchlorid ein, gleichfalls kryslallinisches, Doppelsalz erzeugten, aus. Diese Experimente, neben der Löslichkeit in Alkohol und den sonsti- gen physikalischen Eigenschaften, charakterisirten die Substanz als Hypo- xanthin ; der geringen Menge an Material wegen, konnte an eine Elemen- taranalyse derselben nicht gedacht werden. — 10. Die im vorigen §. erwähnten, in Essigsäure unlöslichen Flocken gaben, die Reaktionen des Inosit’s (§. 8.), Hypoxanthin’s (§. 9.) und der Harnsäure *) Mit Natron-Kalk erhitzt, entwickelt das Pulver Animoniakdfimpfe. **) Scherer: Verhandl. der Würzburger med. G. 18(3—- p. 296 und Annalen der Chemie u. Pharmazie LXXX1X. p. 114.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332200_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)