Chemische Untersuchungen über die faelschlich Hirnfette genannten Substanzen und ihre Zersetzungsprodukte / von Hermann Köhler.
- Köhler, Hermann.
- Date:
- 1868
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Credit: Chemische Untersuchungen über die faelschlich Hirnfette genannten Substanzen und ihre Zersetzungsprodukte / von Hermann Köhler. Source: Wellcome Collection.
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![Erster Ab s c h n i 11. Bei Wasserzusatz Myelinfiguren erzeugende Zersetzungsprodukte der Hirnbestandtheile *). „NeurOleinsäure“: C100H90 034 P. 39. Diese jedenfalls in der matiere grasse rouge Vauquelin’s, dein Eleencephalote Couerbe’s, und der Oleophosphorsäure Fr^my’s ent-] haltene, von v. Bibra erwähnte und vielleicht aus weiterer Zersetzung der J von Gobley, Lehmann und Liebreich aus den Zersetzungsprodukten j der Hirnstoffe dargestellten Glycerinphosphorsäure hervorgehende Säure ge- j winnt man auf folgende Weise: I. Das §. 27. beschriebene Myeloidinblei wird in Aether suspendirt, j durch Schwefelwasserstoff zersetzt und die Mischung eingedampft. Durch zu- ; gefügten kochenden Alkohol, welcher das Schwefelblei zurücklässt, Filtriren ' und nochmaliges Eindampfen des sauren Rückstandes in dem bei der lern- J peratur des siedenden Wassers erhaltenen Wasserbade bis zur Syrups-Con- sistenz resullirt ein saures, klebriges Oel, welches von sich abscheiden- j den grauen Flocken durch nochmaliges Auflösen in kaltem Aether, Filtriren \ und Verdunsten des Aethers getrennt und rein erhalten wird. II. Man zieht von dem nach §.21. erhaltenen, kalten Aetherextrakte j allen Aether ab, übergiesst den klebrigen, rothen und etwas ranzig rie-j chenden Rückstand bis an den Hals des Kolbens mit absolutem Alkohol, g setzt einen Kork mit rechtwinklich gebogener Gasentbindungsröhre auf und ; destillirt aus dem kochenden Wasserbade etwa 4/s des angewandten Alko-1 hols ab. Der Kolbeninhalt wird heiss von dem klebrigen, rothbraunen Bo- j densatze abgegossen und so lange mit alkoholischer Lösung von essigsau- j rem Bleioxyd versetzt, als ein voluminöser gelblicher Niederschlag erfolgt. Trübt sich eine filtrirte Probe der alkoholischen Flüssigkeit durch einige i beigegebene Tropfen des Bleiacelates nicht mehr, so wird der Bleinieder-j schlag abfiltrirt und bei Seite gestellt. Im Filtrate ist dann nur mit Cho-; lesterin vermischte Neuroleinsäure und ein etwaiger Ueberschuss essigsauren : Bleioxyd’s enthalten. Nachdem so lange, bis alles Blei als Schwefelblei•! abgeschieden, Hydrothio ngas eingeleitet worden ist, wird filtrirt und! unter Beifügung einiger Krystalle von Barythydrat bis zur Syrupsconsistenz j *) Weit später erst wurde gnir die schon im III. Kapitel erörterte Entstehung der} Myelinfiguren aus einer Mischung Stickstoff- und phosphorfreier Körper des Myelomar-;j garins (C u HS6 O10 -|- C28 H24 0) und Cliolesterin’s, welche in Neubauer’s und Be'| neke’s Beobachtungen, wonach die Myelinfiguren auch in mit Ammoniak ver^l , selzterOel- oder Caprylsäure, sowie in mit Cholesterin vermischtem Seifenwasser ent- sieben, eine Bestätigung fand, klar.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332200_0084.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)