Die Frage über die Heilbarkeit der Lungenphthisen : historisch, pathologisch und therapeutisch untersucht / von Joh. Bapt. Ullersperger.
- Ullersperger, Johann Baptist, 1798-1878.
- Date:
- 1867
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Credit: Die Frage über die Heilbarkeit der Lungenphthisen : historisch, pathologisch und therapeutisch untersucht / von Joh. Bapt. Ullersperger. Source: Wellcome Collection.
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![hb. Digitalis purpureae, Stramraonii, mit sem. Colchici autumnalis, mit Auflösungen von Acetas morphii oder verdünnter Opium-Tinctur, Atro- pin-Auflö.Hung, Arsenik, Chlorgas, Kohlensäure, SchwcfelwasserstofF- und Animoniac-Gas 1), Jod2j, verschiedene Mineralwässer verschiedener Temperaturen, Composition und Stärke. Sowie unsere Geschichte der Phthisenhcilungen mannigfache Wege nachgewiesen hat, so wiederholt sich dieses hier wieder speciell bei den relativen oder absoluten atmiatrischcn Heilungen; darum stellten wir die Mittel auch in ihrer Mannigfaltigkeit hör, um damit erkennen zu geben, worüber sich die Afmiatriker der verschiedenen Länder noch zu verständigen haben3). Uns liegt y.unächst ob, die practischen Er- rungenschaften hci vorzuheben, theils um Vorbilder aufzustellen, theils um in die Caniistik zu Vergleich und Analogie bleibende Stützen zu gründen, und die Atmiatiie so von ihrem provisorischen Empirismus zu befreien. Der einzelne Fall bleibt stets empirisch, es muss erst 1) Vgl. Cossy Sur le traitement de la phthisie par les pr^parations alcalines jointes ä une tempörature 6\e\6e et charg^es do vapeurs ammoaiacales. Arch. g6ni- rales 1813. Oicselcr will mit Eämpfen von Chlor-Ammoiiiuni eine regressive Meta- morphose oder Verkalkung des Tuberkel-Plasma bewirkt haben. Er bediente sich zu diesem Zwecke eines hcssi£<.]ien Scbmelztiegels, unter den er eine Weingeist- Ijampe stellte und die sich entwickelnden Dämpfe athmen liess. Gleichzeitig liess er damit das Zimmer erfüllen, so dass der Kranke noch eine bis z^ei Stunden nach den Inspirationen die Chlor-Ammonium-Därapfe einathmete. 2) Es fand unter Engländern (Thompson, Gardner, Burton, Ryan, Baron, Smythe, Davidson, Maddock, welcher eine Menge von Heilungen aufgezählt hat, — Dixon, welcher Anleitung über dessen Anwendungs-Methode gibt), und unter Franzosen Beine Hauptanhänger (Piorry, riT auch den Gebrauch lehrt, — Huette, welcher Jod- Aether verwandte, Dechatnbre. Chartroule, Guilard, welcher Heilung von Cavernen durch Jod Inspirationen im Jouru. de Toulouse v. 1859 erzählt, — Barriere, der, um die Nachtheile des Jod-Athmens zu mindern, Campher mit Joddämpfen ge- schwängert einathmen liess, Alf red Beaumont, der die Casuistik mit mehreren Fällen von Heilung bereicherte), grossen Anhang. Turnbull empfiehlt Jod-Aethyl, Chartroule eiTipfahl die Cigarrettes jodur^es. Unter den Deutschen gelangen Droste einige Hei- lungen. 3) Fr. Waldenburg stellt unter die specielle Inhalations-Therapie: Emollirende und aromatische Dämpfe, narcotische Räucherungen, Balsam-Dampfe, Theer-Räuche- ruiigen, Kreosot und Aceton, Terbenthin- und Fichten-Oel, Aether und Chloroform, Campher, Ammoniak und Salmiak, Dämpfe von Essig-, Salz-, Salpeter-Säure, Sal- piitcr-Räucherungen, solche mit Schweft-l, Quecksilber, Arsenik, Jod, Chlor, Kohlen- säure, Wasserstoff und Stickstoff, Schwefelwasserstoff, Kohlenoxydgas, Kohlenwasser- stoffgas, Antimonwasserstoffgas. Für die specielle Phthinoiherapie fallen manche aus, manche behalten nur palliuiiven oder symptomatischen Werth.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20398219_0238.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)