Die Frage über die Heilbarkeit der Lungenphthisen : historisch, pathologisch und therapeutisch untersucht / von Joh. Bapt. Ullersperger.
- Ullersperger, Johann Baptist, 1798-1878.
- Date:
- 1867
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Credit: Die Frage über die Heilbarkeit der Lungenphthisen : historisch, pathologisch und therapeutisch untersucht / von Joh. Bapt. Ullersperger. Source: Wellcome Collection.
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![C3ij '^f SÜ) — '™ zweiten machte er eine Blutung aus einer Caverne stillstehen, und im dritten Falle eine llaemoptoe bei einem anämischen tuberculösen Mädchen. Leihlinger, Baumgärtner und Schednger be- dienten sich des Mittels niit Erfolg. Man kann zu erwähntem Zwecke wohl 3j liquor auf 3^] Wasser anwenden. Die grösste Concurrenz macht unserem Mittel noch der Alaun, der in Inhalation äusserlich und in der Alaun-Molke innerlich unter gleichen Veihältnissen angewendet wurde. Wenn wir nun hier auf der einen Seite eine gewisse therapeu- tische Analogie von balsamischen und harzigen Substanzen mit haemo- statischen getroffen haben, so bleibt theoretisch und practisch auf der anderen eine gewisse Affinität mit Tonicis unverkennbar, in jedem Falle bietet uns dieses Verhältniss die schicklichste Opportunität zum Ucber- gang zu letzteren, „die speciell ihre Indicationen hei den torpiden Pkihisenformen finden. Die tonische Behandlung torpider Lungenphthisen (S. 20{)) reicht weit über die speciell-medicamentöse Anwendung der tonischen Arznei- substanzen hinaus, denn sie hat sich in weitaus den meisten Fällen mit tonisirender Diätetik im ganzen Umfange des Wortes zu combiniren, nemlich in Betreff der Alimentation (S. 189), der Brust- und Lungen- gymnastik, der Luftumgebung und der Klimawahl (S. 150—163. S. 204. S. 216. S. 218-19—34. S. 198.). (Anschliessend an das, was wir über tonisirendes Klima und Klima-Zonen bereits vorgetragen haben, dürfen wir Pte^m Sajj^o's Er- fahrungen nicht übergehen, sei es auch nur der Analogie wegen und der Bestätigung anderweitiger Erfahrungen. Sie beziehen sich auf die Luft in den Pyrenäischen Gebirgen, deren ärztliche Bedeutung von Jahr zu Jahr zu wachsen scheint. Er kam zu den liauptre- sultatcn: 1) dass die Luft, welche man dort auf einer Höhe von 7—800 Metres unter einem mittleren atmosphärischen Druck von 0,700 Mm. athmet, specielle Eigenschaften besitzt; 2) dass diese Atmosphäre einen wohlthätigcn Einfluss auf die chronischen Affectionen der Respirations- Wege ausübt; 3) aus diesem Grunde wird sie ein sehr kräftiges Un- terstützungsmittel der Schwefelwässer jener Gegend. Man vergleiche hiemit, was wir über Höhen-Zonen und über Bergklima vorgetragen haben. — S. 151-2. 218.) Aus dem oben vorausgeschickten ergibt sich, dass, unter Modi- ficationen, sich so manches Curmittel in die tonisirende Behandlung übertragen lasse. Wir glauben von den Molkencuren her das auf-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20398219_0276.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)