Untersuchungen über das Entstehen der Hippursäure im thierischen Organismus / von G. Meissner und C.U. Shepard.
- Georg Meissner
- Date:
- 1866
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Credit: Untersuchungen über das Entstehen der Hippursäure im thierischen Organismus / von G. Meissner und C.U. Shepard. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![waren wiederum Harnsäure, die aber mechanisch nicht von anhaftender Kynurensäure zu trennen war. Diese Trennung der Harnsäure und Kynurensäure ist chemisch in verschiedener Weise ausführbar. Das Verfahren, welches mir sehr zweckmässig erscheint, stützt sich auf eine Wahrnehmung, mit welcher ich einer bisherigen Angabe über die Eigenschaften der Kynurensäure entgegentreten muss. Die Angabe* nämlich, dass die Kynurensäure aus ihren Salzen durch Kohlensäure ausgetrieben werde (L i e b i g, An- nalen d. Chemie u. Pharm. Bd. 108. p. 354. Lehmann, Handbuch der physiol. Chemie p. 92), fand ich nicht bestätigt, vielmehr zersetzte die Kynurensäure den kohlensauren Baryt beim Kochen, und aus der neutral, nicht alkalisch reagirenden Lösung des reinen kynurensauren Baryts schied Kohlensäure gar Nichts ab. Ich suspendirte den ausge- waschenen aus Harnsäure und Kynurensäure bestehenden Absatz aus dem Hundeharn in wenig Wasser und kochte mit reinem kohlensaurem Baryt eine Weile, filtrirte heiss und erhielt bei gelindem Eindampfen aus der wenig gefärbten Lösung sofort die schönsten Krystallisationen von kynurensaurem Baryt, wie sie Lehmann in seinem Handbuch der physiologischen Chemie 2. Aufl. p. 92 abgebildet hat, und wie sie sehr charakteristisch für die Kynurensäure sind. Von den Schwierigkeiten, die Lehmann bei der Darstellung dieser Krystalle erwähnt, habe ich nicht das Geringste bemerken können, vielmehr diese eigenthümlichen schönen Krystallisationen immer mit grosser Leichtigkeit erhalten. Der Rückstand auf dem Filter, von welchem die kynurensäure Baryt- lösung abfiltrirt war, bestand aus kohlensaurem Baryt und den Warzen von Harnsäure (vielleicht auch unlöslichem harnsauren Baryt nach Wetzlar und Bensch[?]); in Wasser suspendirt, kann man den Baryt mit Salzsäure in Lösung bringen und die Harnsäure auf einem Filter sammeln. Schliesslich bemerke ich noch, dass man bei Gegenwart von, d. h. Verunreinigung mit Kynurensäure die Murexidprobe nicht mit Sicher- heit zur Erkenntniss von Harnsäure anstellen kann, weil durch die Kynurensäure resp. deren Zersetzung die Reaction der Harnsäure theil- weise oder fast vollständig verdeckt, verhindert werden kann; man kann deshalb bei ohne Weiteres vorgenommener Prüfung eines sauren Absatzes aus dem Hundeharn nicht aus der Intensität der Murexidreaction auf den ungefähren Gehalt des Absatzes an Harnsäure schliessen. Weiteres über das chemische Verhalten der Kynurensäure würde hier nicht am Platze sein; vorstehende kurze Angaben sollten nur mit Bezug auf die Scheidung von der Harnsäure gemacht werden. Sollten Diejenigen, welche ausgedehntere Erfahrungen und besseres Urtheil über die Kynurensäure besitzen, in dem von mir angezeigten Verhalten der Kynurensäure und des kynurensauren Baryts einen Wider- spruch erkennen gegen das charakteristische Verhalten der wahren, richtigen Kynurensäure, so würde ich mich solchem Ausspruch natür-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22343647_0213.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)