Ein einfache Methode, die quantitative Farbensinnprüfung diagnostisch zu verwerthen / von Louis Wolffberg.
- Wolffberg, Louis.
- Date:
- 1886
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ein einfache Methode, die quantitative Farbensinnprüfung diagnostisch zu verwerthen / von Louis Wolffberg. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![er Myop ist, der andere in Folge von Atrophia optici, der dritte durch Cataracta senilis. Ihre Sehschärfe ist die gleiche und doch — wie gewaltig verschieden der quan- titative Farbensinn. Während der Staarkranke das rothe Quadrat nur noch in 21/A m., das blaue in l3/4 m. erkennt, sieht der Myop beide mit Leichtigkeit bis auf 5 m. und darüber, ja er erkennt r7 bl18 noch auf 2 m. Entfernung und auch der Sehnervenleidende sieht das blaue Quadrat bis auf 5 m. und darüber, während er das rothe freilich schon in l1/2 m. Entfernung für schwarz erklärt 1). Specielle Beispiele für die Anwendung des Apparates zur Diagnose von Sehnervenleiden etc. vermag ich zur Zeit nicht beizubringen, hoffe aber, dass diesem Mangel von anderer Seite bald abgeholfen werde. Schliesslich will ich noch betonen, dass die geschilderte Methode keineswegs Auskunft über die Function der Netz- haut im Ganzen geben soll; sie wendet sich, vollkommen analog der Sehschärfenprüfung, zunächst nur an die Macula und erst, wenn es sich um stark herabgesetzte Functionen handelt, zum Theil anch an die Peripherie, ohne dabei irgend welche Localisation des Befundes zu gestatten. ]) Ich kann hier unmöglich die Bemerkung unterdrücken, wie falsch, es sei, behufs statistischer Zwecke alle Diejenigen, welche nur im Stande sind, Finger auf 1 m. Entfernung zu zählen, ohne Unterschied unter eine Rubrik zu bringen und sämmtliche den Blinden zuzurechnen. Nicht etwa als ob corrigirbare Ametropische darunter gerathen könnten, deren ganze Blindheit im Mangel einer Brille besteht, — sondern weil auch nach Ausschluss dieser Kategorie der mit gleicher Sehschärfe begabte Rest functionell beträchtlich differirt, in so fern als ein Theil nicht mehr im Stande, ohne Führer seinen Weg zu finden — und doshalb mit gewissem Recht für blind gelten kann —, ein anderer Theil jedoch mit auffallender Sicherheit sich allein auf belebten Strassen bewegt. Dieser Unterschied ist nicht immer durch individuelle Uebung oder besondere locale Vertrautheit bedingt, auch nicht immer durch Differenzen in der Ausdehnung des Gesichtsfeldes, sondern sehr oft allein durch die verschiedene Leistung des quantitativen Farben- sinnes.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21647987_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)