Medicinische Chemie in Anwendung auf gerichtlichte, sanitätspolizeiliche und hygienische Untersuchungen sowie auf die Prüfung der Arzneipräparate : ein Handbuch für Ärzte, Apotheker, Sanitätsbeamte und Studirende / von Ernst Ludwig.
- Date:
- 1895
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Credit: Medicinische Chemie in Anwendung auf gerichtlichte, sanitätspolizeiliche und hygienische Untersuchungen sowie auf die Prüfung der Arzneipräparate : ein Handbuch für Ärzte, Apotheker, Sanitätsbeamte und Studirende / von Ernst Ludwig. Source: Wellcome Collection.
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![Ist die ursprüngliche Lösung farblos und gibt auf Zusatz von Kalllauge und Manganchlorür oder Mangansulfat einen braunen Niederschlag, — unterchlorige Säure. Die ursprüngliche farblose Lösung wird mit Kalilauge und Manganchlorür nicht braun , sie hinterlässt beim Verdampfen einen Rückstand, der beim Erhitzen schmilzt und unter .Schäumen Sauerstoff' abgibt; der Schmelzrückstand enthält ein Chlorid und gibt mit salpetersaurem Silber und Salpetersäure einen weissen, käsigen Niederschlag von Chlorsilber — Chlorsäure. Zeigt der Schmelzrückstand die Reaction mit salpetersaurem Silber nicht, dann ist Salpetersäure vorhanden und man hat nach Seite 1;] mit Eisenvitriol auf dieselbe zu prüfen. h) Salzsäure bewirkt die Ausscheidung eines farblosen, gallertartigen Niederschlages; dieser ist Kieselsäure. c) Salzsäure bewirkt nach kurzer Zeit Trübung der Flüs- sigkeit und Ausscheidung eines sehr fein vertheilten gelben Niederschlages von Schwefel, der sich nur sehr langsam absetzt; gleichzeitig nimmt die Flüssigkeit den Geruch nach schwefliger Säure an — unterschweflige Säure. 2. Bringt Salzsäure kein Aufbrausen und keinen Nieder- schlag hervor, so versetzt man eine neue Probe der Lösung mit salpetersaurem Baryum. Entsteht durch dieses Reagens ein weisser Niederschlag, so können zugegen sein: Schwefelsäure, Phosphor- säure oder Borsäure. Löst sich der weisse Niederschlag in Salzsäure nicht auf, so deutet er auf Schwefelsäure; löst er sich hingegen, so ist entweder Phosphorsäure oder Borsäure vorhanden. Erzeugt in einer neuen Probe der Lösung salpetersaures Silber einen gelben Niederschlag, — Phosphorsäure. Ist der Silberniederschlag weiss, —■ Borsäure. Entsteht durch salpetersaures Baryum ein gelber Nieder- schlag, so rührt derselbe von Chroms äure her. In diesem Falle ist man schon bei der Prüfung mit Schwefelwasserstoff (vgl. Seite 7) auf dieselbe aufmerksam geworden. Bestätigende Reactionen für die Chromsäure w-erden am besten auf trockenem AVece vor- genommen (siehe das Capitel über Flammenreactionen und Löth- rohr-Analyse). S. Hat auch salpetersaures Baryum keine Reaction hervor- gebracht, so wird die ursprüngliche Lösung mit Salpetersäure und salpetersaurem Silber versetzt. Entsteht ein weisser, käsiger Niederschlag, so kann derselbe Chlorsilber, Bromsilber oder Jod- silber sein. Ist der Niederschlag weiss und in Ammoniakflüssigkeit leicht löslich, so deutet er auf Chlor. Ist der Niederschlag gelb, im Ammoniak nur sehr schwer löslich, so deutet er auf Jod. Eine bestätigende Reaction wird in der Weise ausgeführt, dass man die ursprüngliche Lösung mit brauner Sali)etersäure versetzt und dann entweder Stärkekleister](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21935993_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


