Die Serumtherapie bei Diphtherie in Theorie und Praxis : nach eignen Beobachtungen in der Chirurgischen Klinik zu Halle / von Kurt Müller.
- Müller, Kurt
- Date:
- 1895
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Credit: Die Serumtherapie bei Diphtherie in Theorie und Praxis : nach eignen Beobachtungen in der Chirurgischen Klinik zu Halle / von Kurt Müller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![[8] Ich glaube, class wir auf die jetzige Form der Diphtherieimmuni- sieruug nicht zu hohe Hoffnungen setzen dürfen, so lange die immuni- sierenden Faktoren nur im Blutserum anderer Tiere tibertragen werden können, denn es ist ein feststehendes bakteriologisches Gesetz, dass eine Immunisierung um so unsicherer und um so kürzer dauernd ist, je mehr sich die immunisierenden Körper von den leben- » den Bakterien selbst entfernen. Die Bedeutung dieses Gesetzes wird am klarsten, wenn ich ihnen die Möglichkeit darstelle, durch die überhaupt Immunisierung zu stände kommt und die Dauer der erzeugten Immunität anführe. Am sichersten und längsten pflegt die Immunisierung zu sein, die man als Selbstimmunisierung des Organismus bezeichnen könnte, wie sie oft nach Ueberstehen gewisser Infektionskrankheiten, z. B. der Pocken, des Scharlachs vorkommt. Ein so immunisierter Organismus pflegt entweder nie mehr oder aber nur in vereinzelten Fällen, oft erst nach vielen Jahren ein zweites Mal an derselben Infektion zu erkranken; er ist also dadurch, dass vollvirulente Keime in ihm eine schwere Erkrankung erzeugten, lange Zeit immun geworden. Dieser meist lebenslänglich dauernden Immunität reiht sich die künstliche an, wie sie durch Einimpfung abgeschwächter Keime derselben Art, erzeugt werden kann. Den gefährlichsten Versuch dieser Art stellte die Inoculatiou der Menschenblattern nach Jenner vor, die jetzt durch das ähnliche, aber unschädliche Ver- fahren der Ueberimpfung der Kuhpocken ersetzt ist. Hier hält der Schutz etwa 5—10 Jahre an. Auf gleichem Prinzip beruht die Impfung Pasteuks der Schafe gegen Milzbrand, wie sie in Frank- reich vielfach geübt wird, bei der der Schutz, trotz der ungeheuren Virulenz des Milzbrandkeimes für die betreflfende Tierart, 2—3 Jahre dauern soll. Bedeutend unsicherer schon sind die Erfolge bei Uebertragung von Stoff Wechselprodukten zum Zwecke der Immunisierung, Metho- den, wie sie Fkaenkel gegen Diphtherie von Tieren verwendete, wie sie jedenfalls auch das Verfahren von Pasteuk gegen Hundswut und die Verwendung des Tuberkulins gegen Tuberkulose darstellen. Noch eine Stufe tiefer als die Versuche mit Stoflfwechselprodukten hinsichtlich ihrer Sicherheit und Dauer stehen die durch lieber-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718908_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)