Pathologische Anatomie der weiblichen Unfruchtbarkeit (Sterilität) : deren Mechanik und Behandlung.
- Hermann Heinrich Beigel
- Date:
- 1878
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Credit: Pathologische Anatomie der weiblichen Unfruchtbarkeit (Sterilität) : deren Mechanik und Behandlung. Source: Wellcome Collection.
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![poniren scheint. Auffallend ist es, dass sich unter den von Michels zusammengestellten]) 127 mit Fibroiden behafteten verheiratheten Frauen nur 26 sterile befunden haben. Seine Behauptung, welche vor langer Zeit schon von anderer Seite aufgestellt worden ist, dass in jedem Falle die Fibromyome sowohl die Ursache, als auch die Folge der Sterilität sein können, ist uns nicht recht einleuchtend. Die Steri- lität ist bekanntlich keine Krankheit, sondern eine Folge einer ganzen Fveihe anderer Erkrankungen. Wie diese Folge zur Quelle für die Entwicklung für Neubildungen werden soll ist uns, wie gesagt, nicht recht einleuchtend. Der Lageveränderungen der Gebärmutter und der Compli- cationen, welche sie hervorzurufen im Stande sind, ist wiederholt ge- dacht worden. Es erübrigt an dieser Stelle, nur noch im Allgemeinen daraufhinzuweisen, dass die Stellung der Flexionen zu demjenigen Theile der Sterilitätsfrage, welcher hier in Betracht kommt, lediglich davon abhängt, ob durch die Deviation eine Unterbrechung des Uterin- canales herbeigeführt wird oder nicht. Diese Unterbrechung kann entweder in directer Weise durch die Abknickung selber oder in mittelbarer Weise herbeigeführt werden, indem in Folge der tiefen Lagerung des Fundus uteri Menstrualblut in ihm zurückbleibt, welches sowohl im flüssigen als im geronnenen Zustande die Uterinostien der Eileiter hermetisch verschliesst und dermaassen sowohl für den Ein- tritt des Ovulums in die Gebärmutterhöhle als für das Vordringen der Spermafäden in die Tuben eine unüberwindliche Barriere bildet. Ueberblicken wir Alles, was über die Lageveränderungen des Uterus gesagt worden ist, dann stellt es sich heraus, dass dieselben nach den verschiedensten Richtungen hin die Conception zu verhindern im Stande sind, und dass namentlich den Versionen und Flexionen in der Mecha- nik der Sterilität eine Bedeutung zukommt, welche diejenige Würdigung noch nicht erfahren hat, welche ihnen gebührt. Wichtig ist es, zu wis- sen, dass die Flexionen, selbst wenn der Uterincanal vollkommen durchgängig gefunden wird und die Stellung des Os externum keine wesentliche Veränderung erfahren hat, noch durch die Folgezustände absolute, permanente oder temporäre Sterilität zu setzen vermögen. Die Kenntniss dieser Thatsache hat nicht nur für die Pathologie und Prognose ihre Wichtigkeit, sondern ist im hohen Maasse für unser therapeutisches Eingreifen bestimmend. Die Gründe hierfür werden im Abschnitte über die Behandlung der Sterilität zur Sprache kommen. *) Michels, Die Fibromyome des Uterus. Stuttgart 1877.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21034266_0381.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)