Pathologische Anatomie der weiblichen Sexualorgane / von C. Gebhard.
- Gebhard, Carl, 1861-1903.
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Pathologische Anatomie der weiblichen Sexualorgane / von C. Gebhard. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
599/634 page 577
![tagen kann sieh ein Erysipel der Vulva entwickeln und zwar sekundär im Anschluss an eine von der Nabelwunde ausgehende Streptococceninfektion. Die Erkrankung charakterisiert sich durch Schwellung und intensive Rötung der befallenen Teile mit der dem Erysipel eigentümlichen serpiginös fort- schreitenden Begrenzungszone. Im Anschluss an eine akute Vulvitis, fast ausnahmslos an eine solche gonorrhoischer Natur, entsteht sehr häufig eine Entzündung' der Bartho- lini sehen Drüse. In den meisten Fällen wird allerdings der eigentliche Drüsenkörper nicht seihst befallen, die Erkrankung beschränkt sich auf den Ausführungsgang und macht sich an der Mündung desselben, an der Innenfläche der grossen Labien, genau da, wo die kleinen Labien mit den- selben verschmelzen, als eine intensive Rötung von rundlicher oder mehr länglicher Gestalt bemerkbar (Macula gonorrhoica). In anderen Fällen schreitet die Entzündung weiter und die Drüse vereitert. Die Affektion ist dann leicht erkennbar an der Schwellung des hinteren Abschnittes der betreffenden grossen Labie, durch welche dieRima seit- lich verschoben wird, (ileichzeitig pflegt Vulvitis zu bestehen. Ver- eiterung der Drüse scheint immer nur infolge einer Mischinfektion von Gonococcen und Staphylococcen zu entstehen. Bei rein gonor- rhoischen Formen bleibt der Prozess meist auf den Ausführungsgang be- schränkt, das Epithel der Drüsenläppchen wird intakt gefunden, aber im Lumen der Kanälchen liegen zahlreiche Gonococcen Herbert [5]). Die Bartholinitis kommt selten bei kleinen Kindern vor, seihst wenn dieselben an einer ausgesprochenen Vulvovaginitis gonorrhoica leiden. Fischer [4].) Vulvitis ulcerosa puerperalis. Die beim Geburtsakt gesetzten mehr oder weniger tief gehenden Gewebsläsionen werden entweder primär bei der Geburt oder sekundär im Wochenbett durch darüber Hiessende in- fektiöse Lochien in Geschwüre verwandelt mit infiltrierten Rändern und grau oder missfarbig-bräunlich belegtem Grunde. Der typische Sitz dieser Ge- schwüre ist das Frenulum, beziehungsweise der eingerissene Damm, dem- nächst die Stellen rechts und links vom Introitus vaginae, da wo das Unter- hautbindegewebe fester mit den absteigenden Schanibeinästen verwachsen ist. Da der Geschwürsffrund mit einer Pseudomembran belegt ist, so spricht man vielfach von diphtherischen Geschwüren. In der Regel aber handelt es sich nicht um eine durch den Löfflerschen Bacillus erzeugte Diphtherie, sondern um eine durch Streptococcen hervorgerufene (i e w e b e s n e k r o s e. \\ ahre Diphtherie kommt allerdings auch an der Vulva vor, nament- lich bei Kindern mit Rachendiphtherie, es existiert aber nur eine einzige Beobachtung von Bumm (11, derzufolge auch puerperale Geschwüre nachweislich durch den Bacillus Löffler erzeugt worden sind. Bumm macht auf die Unterschiede in der Struktur der von der echten Gebhard, Anatomie. ,>i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023426_0599.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image