Beitrag zur Kenntnis des Tubenkarzinoms / von Siegfried Boxer.
- Boxer, Siegfried.
- Date:
- 1909
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Credit: Beitrag zur Kenntnis des Tubenkarzinoms / von Siegfried Boxer. Source: Wellcome Collection.
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![Die Zusammengehörigkeit der beiden eben mitgeteilten Fälle geht aus folgenden Bemerkungen hervor: 1. In beiden Fällen handelt es sich um den Befund von Karzi- nom in Tuho-Ovarialcysten. 2. Schon makroskopisch spricht die Mächtigkeit des Karzi- noms im tuharen Anteil dafür, dass sich hier der Tumor primär ent- wickelt hat; das mikroskopische Bild der Geschwulst, welches dem typischen Tubenkarzinom analog ist, spricht gleichfalls für diese Annahme. 3. Das anatomische Verhalten der Tuho-Ovarialcysten, vor allem die Ausbreitung der Fimbrien an der Innenfläche des cysti- schen Anteiles beweist, dass die Kommunikation zwischen Tube und Ovarium nicht erst durch das Karzinom geschaffen worden ist, sondern schon vorher bestanden hatte. In beiden Fällen ist also, ausgehend vom tuharen Anteil, eine Ausbreitung des Karzinoms im cystischen Anteile durch Implantation zustande gekommen. Dieses Verhalten muss aus dem Grunde betont werden, weil es durchaus möglich ist, wie die Publikationen von Sänger und Krämer (5) beweisen, dass gelegentlich einmal der primäre Tumor im ovariellen xlnteil einer Tubo-Ovarialcyste sich entwickelt und sekundär sich in der Tube ausbreitet. Dann ist der Tumor im Be- reiche der Ovarialcyste mächtiger entwickelt, gelegentlich durch- setzt er rasch die Wand und greift avi| die Nachbarschaft über \Orthmann (8), Fall 3 und 4]. Jedenfalls sind die histologischen Charaktere dieser Geschwulstformen vom typischen primären Tubenkarzinom sehr verschieden.' Solchen Fällen wäre folgende Beobachtung an die Seite zu stellen, in welcher es sich allerdings nicht um eine ,,typische“ Tubo-Ovarialcyste handelt. 3. Fall. Frau E. H., 31 J., Kleidermacherin, früher stets gesund, hat niemals geboren, Menses immer regelmässig, merkt seit einigen Monaten eine stetig zunehmende Anschwellung des Leibes, die mit leichten Kreuzschmerzen, Appetitlosigkeit und allgemeiner Schwäche einliergeht. Bei ihrer Aufnahme, am 4. XI. 1907, bot die Patientin folgenden Befund: Gut genährt, gut aussehend. Puls -und Temperatur normal, interner Befund ohne Besonderheiten. Gynäkolog. Befund: Normales äusseres Genitale, Portio konisch, äusserer Muttermund grübchenförmig, Uterus normalgross, anteflektiert, rechts von ihm eine die entsprechende Beckenhälfte ausfüllende, kugelige, ziemlich gut bewegliche Geschwulst von Kindskopfgrösse, die mit ihrem •oberen Pol bis handbreit über die Symphyse reicht; die Oberfläche der Ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22475230_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


