Volume 1
Lehrbuch der Kinderheilkunde / von O. Heubner.
- Heubner, O. (Otto Johann Leonhard), 1843-1926.
- Date:
- 1906
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Kinderheilkunde / von O. Heubner. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![2. Kapitel. Blut, Blutbewegung und Zirkulationsorgane im Kindesalter. Das embryonale Blut besteht nach Engel1) schon im ersten An¬ fang seiner Entwicklung aus großen hämoglobinhaltigen Zellen mit großem Kern, zu einer Zeit (beim Hühnchen nach 36stündiger Be¬ brütung, beim Schwein bei 1 cm langen Früchten), wo man noch nichts von Leukocyten sieht. Aus ihnen, den Metrocyten I. Ordnung, wie sie Engel nennt, gehen durch Teilung Metrocyten II. Ordnung hervor, kugelige hämoglobinhaltige Zellen mit kleinem Kern. Aus ihnen erst entwickeln sich die kernlosen Erythrocyten. So ist die Bildungsstätte des Blutes bis gegen Ende des 3. Monats das Blut selbst. — Einige Wochen später findet man innerhalb der Blutgefäße keine Metrocyten mehr, und nun übernimmt die Milz und das Knochenmark die Blut¬ bildung. In diesen Organen findet auch die Bildung der farblosen Zellen des Blutes statt, in der Milz während der embryonalen Zeit die der Lymphocyten, im Knochenmark diejenige der polynukleären Leuko¬ cyten, sowohl der eosinophilen, wie der neutrophilen. Die Funktion der Bildung roter Blutkörperchen aus kernhaltigen Zellen, die den Metrocyten des frühen embryonalen Blutes ähneln, scheint allmählich ganz allein auf das Knochenmark beschränkt zu werden. Hier bleibt auch nach der Geburt die Bildungsstätte der roten Blutkörperchen, die aus den zahlreich im Mark immer vorhandenen kernhaltigen roten Zellen durch Kernschwund entstehen. Während der Fötalzeit und auch in den ersten Lebenswochen gelangen in einer mit der fortschreitenden Entwicklung in gleichem Schritt abnehmenden Zahl kernhaltige rote Blutkörperchen in das strömende Blut. Beim Neugeborenen enthält der cmm Blut 7 — 8 Millionen rote Blutkörperchen, diese Zahl vermindert sich aber sehr bald und nach Ablauf der ersten 14 Tage gleicht sie bereits der bei älteren Kindern gewöhnlichen von 4x/2—5 Millionen. Bei denjenigen Kindern, die spät abgenabelt werden, ist die Menge der roten Blutkörperchen im cmm während der ersten Tage noch um 1—2 Millionen größer, was sich aber in den ersten vierzehn Tagen wieder ausgleicht. [Schiff-).] 1) Archiv f. mikr. Anatomie. Bd. 42 u. 44. Leitfaden zur klin. Untersuchung des Blutes. Hirschwald 1898. 2. Auflage 1902. 2) Jahrb. f Kinderheilkunde. Bd. 34, S. 159.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31363362_0001_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)