Das Verhalten der Pupille im Tode : ein Beitrag zur Kenntnis der mortalen Augenveränderungen / von Walter Albrand und Heinrich Schröder.
- Albrand, Walter.
- Date:
- 1905
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Credit: Das Verhalten der Pupille im Tode : ein Beitrag zur Kenntnis der mortalen Augenveränderungen / von Walter Albrand und Heinrich Schröder. Source: Wellcome Collection.
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![tionsbewegungeu der Iris auf VerwecbsliiDgen mit der so wie so eiiitreteuden, schneller vorübergehenden und der letalen Mydriase Platz machenden Verengerung, welche lediglich durch innere schnell ablaufende Reizvorgänge in dem zuge- hörigen Nervenapparat bedingt ist. Dementsprechend fand auch ein so zuverlässiger Beobachter wie Axenfeld (s. Bericht der 31. Versammlung der oplithalmol. Ges. i. Heidelberg 1903 betr. die Diskussion Bach contra Levinsohn) in 3 Fällen von Hinrichtungen 17—40 Sekunden danach keine Reaktion, nur in einem Falle soll eine bestanden haben, die Verfasser aber in der Auffassung als Lichtreaktion sehr stark bezweifeln möchte in Anbetracht der tatsächlich vorkommenden Schwank- ungen, welche dem mortalen Ablauf der pupillären Be- wegungen an sich eigentümlich sein können (cf. hierzu eine der auffälligsten von uns intra mortem gemachten Beobacht- ungen im Tierexperiment No. 5 der Tabelle II). Die Schwierigkeit, rein mortale Schwankungen der Pupillengrösse mit Sicherheit zu trennen von mutmasslichen auf Einflüsse anderer Art i (Belichtung, elektrische Reizung [Kuhnt, Be- obachtung an Enthaupteten, Naturforscherversaramluug 1882] etc.), scheint gerade bei dem ganz plötzlichen Tode gesunder Individuen um so grösser zu sein, als hier die einzelnen Vor- gänge des mortalen Pupillarpliaenomens zeitlich ausserordent- lich zusammengedrängt werden; die Pupille vergrössert sich darin annähernd erst mit dem wirklichen Todesmoment, d. h. mit dem Absterben der sie beherrschenden nervösen Bestand- teile, da sie vorher keine Zeit dazu gefunden, und kann die Iris in den unmittelbar der momentanen Störung der Inner- vation ihrer antagonistischen Muskelelemente folgenden Sekunden vom Zeitpunkt der Kopfabschneidung bis zu dem der Pupillenerweiterung eine um so kürzer ausfallende Ver- engerungsbewegung erfahren, um so schneller die sie veran- lassenden Reize in der geringbemessenen Frist abklingen müssen. Ist die Frist relativ lang bemessen (ca. 'j-. Stunde dauernd), wie z. B. an den abgeschnittenen Köpfen niederer Wirbeltiere, selbst wenn dieselben ohne alle Cautelen aufbe- wahrt werden,, daun glauben auch wir uns bestimmt davon](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638767_0205.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)