Die Homologie der Extremitaeten : morphologische Studien / von P. Eisler.
- Eisler Paul, 1862-
- Date:
- 1895
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![[90] auf einem von den gewöhnlich eingeschlagenen verschiedenem Wege und unter vorsichtigster Berücksichtigung der Fehlerquellen ein Beweis nicht zu leisten ist. Um ein schwieriges Problem handelt es sich ohne Zweifel, und wir werden aus einem kurzen Ueberbliek über die Geschichte dieser Frage den Eindruck gewinnen, dass von mancher Seite die Schwierig- keiten viel zu gering veranschlagt worden sind. Wenn ich dann weiter- hin meine eignen Versuche auf diesem Gebiete der allgemeinen Beur- teilung unterbreite, so thue ich es in der Ueberzeugung, dass selbst die Gegner einer Vergleichung der Schulter- und Beckengliedmasse weit- gehende, schon bei oberflächlicher Betrachtung in die Augen fallende Aehnlichkeiten in dem Aufbau beider Extremitäten nicht abzuleugnen vermögen. I. Die älteren Hypothesen, die seit ViCQ d'Azyr (1774) bis zur Mitte dieses Jahrhunderts aufgestellt worden sind, hat Martins (1857) über- sichtlich zusammengefasst und kritisch beleuchtet. ViCQ d'Azyr war der Erste, der sich ernstlich, besonders auch unter Berücksichtigung der Muskeln, Nerven und Gefässe mit dem Problem der Extremitätenhomologie beim Menschen und bei den Tieren beschäftigte. Er vergleicht die kraniale Extremität der einen Seite mit der kaudalen Extremität der andern, also rechten Arm mit linkem Bein, im speziellen Ulna mit Tibia, Eadius mit Fibula, Olecranon mit Patella. Hand und Fuss dagegen werden nicht dementsprechend parallelisirt, da sonst der Daumen mit der Kleinzehe zusammenfällt, sondern es werden in wenig konsequenter Weise Daumen und Grosszehe gleich gesetzt. SöMMERiNG (17i)4) weist nur auf die Analogie im Bau beider Extremitäten hin, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Göthe (1817) hält augenscheinlich Radius und Tibia für Homologa, während Meckel (1816) Olecranon und Patella, Ulna und Tibia, Radius und Fibula gegen- überstellt und ausserdem die Pronation der Vorderarmknochen als Normal- zustand bei den Tieren bezeichnet. De Blainville (1818) homologisirt wieder Radius und Tibia und sieht im Olecranon den Ersatz einer Patella. In gleichem Sinne äussert sich (1824) der Engländer Barclay. Unabhängig von den Genannten ist Gerdy (1829) der Ansieht,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716389_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)