Die Homologie der Extremitaeten : morphologische Studien / von P. Eisler.
- Eisler Paul, 1862-
- Date:
- 1895
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Credit: Die Homologie der Extremitaeten : morphologische Studien / von P. Eisler. Source: Wellcome Collection.
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![^ [92] in den Schatten gestellt zu haben durch seine Annahme einer „virtuellen Torsion des Humerus um dessen Längsaxe. Danach erscheint die Schwie- rigkeit in der Stellung der Knochen des Vorderarms gegenüber denen des Unterschenkels gehoben. Als „membre type wird die kaudale Extremi- tät angesehen und von ihr aus die Verglcichung mit der kranialen Extremität der gleichen Seite durchgeführt. Der Humerus ist homolog dem torquirten Femur, die Tibia entspricht dem Radius nebst dem an- geschmolzenen proximalen Ende der Ulna, die Patella dem Olekranon, die Fibula der Ulna vom Proc. coronoides abwärts — der ganzen Ulna aber bei den Säugern wie z. B. Phascolomys, Didelphys, Dasyurus, bei denen die Fibula proximalwärts in ein Peronekrauon ausgezogen ist oder noch eine Fabella trägt. Die Annahme einer Verschmelzung des Radius mit dem proximalen Teile der Ulna motivirt Martins damit, dass die Ulna sich bei Säugern und Amphibien konstant an der Bildung des Kubitalgelenks beteiligt; es sei also unmöglich, dass ihr Repräsentant an der Beckengliedmasse nicht in die Bildung des Kniegelenks eingehe. Eine merkwürdige Inkonsequenz lässt sich Martins bei der Homologi- sirung der Extremitätengürtel zu Schulden kommen, die allerdings, wie er meint, nicht zu den Extremitäten, sondern zum Rumpfe gehören. Nach seiner Ansicht ist es Vicq d'Azyr bei der Vergleichung der rechten Schulter mit dem linken Hüftbein entgangen, dass ausser einer bilateralen Symmetrie in Lage und Form der Teile noch eine Symmetrie in der Lage der Skeletabschnitte am kranialen und kaudalen Rumpfende in die Augen fällt, dass, mit andern Worten, beim Emporstrecken der Arme neben den Kopf eine Durchteilung des Rumpfes senkrecht zur Wirbelsäule Spiegelbilder ergibt, die rechte Scapula demnach als Spiegel- bild des rechten Hüftbeins erscheint. Man könne also die Scapula der einen Seite umgedreht an die Stelle des Hüftbeins der andern Seite setzen. Und daraufhin acceptirt er Vicq d'Azyrs Vergleichung der Gürtelknochen ohne Einschränkung, indem er das Heum homolog dem Scapulakörper, das Tuber ischii homolog dem Proc. coracoides, den Ram. sup. pubis homolog der Klavikel nimmt. — Martins gehört übrigens zu denen, die die Homologisirung nicht nur für das Skelet, sondern auch für Muskeln, Nerven und Gefässe durchzuführen versucht haben. Wie die früheren, so lassen sich auch die nach Martins an die Oeffeutlichkeit getretenen Vergleichungsversuche in zwei Hauptgruppen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716389_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)