Catarrh und Influenza : eine medizinische Studie / von Dr. Franz Seitz.
- Seitz, Franz, 1811-1892.
- Date:
- 1865
Licence: Public Domain Mark
Credit: Catarrh und Influenza : eine medizinische Studie / von Dr. Franz Seitz. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by University of Bristol Library. The original may be consulted at University of Bristol Library.
22/474 (page 14)
![verschiedenen Erscheinungen entsprechend der Dauer der Einwir- kung der aetiologischen Momente acut oder chronisch. Zum Zwecke einer Darstellung der (’atarrhe im Allgemeinen, wie wir sie beabsichtigen, genügt eine kurze Zusammenstellung ihrer einzelnen Species, wie wir sie in Folgendem geben Ihre ausführliche Beschreibung gehört der specieilen Pathologie an. Von den Catarrhen der Respirationsorgane, mit denen wil- den Anfang machen wollen, tritt der Schnupfen, die Coryza^ häufig auf. Dabei ist der catarrhalische Process manchmal nur auf eine oder einzelne umschrieben'e Stellen der Nasenschleim- haut beschränkt oder er ist über ihren ganzen Umfang ausgebrei- tet, ja ei-streckt sich auf die Stirn- und Oberkieferhöhle, die Tuba Eu.stachii und die Thränenkanäle. Häufig ist gleichzeitig Catarrh im Rachen oder im Larynx und weiterhin in den Respirationsor- ganen vorhanden. Schnui)fen entsteht in Folge von Temiieratur- Dilferenzcn, Erkältung, oder die ihm zu Grunde liegende Hyper- ämie wird durch örtliche Reize, Hindernisse im Kreisläufe bei Herz- und Lungenleiden bedingt. Häufig erscheint er als Localisation der Masern und des Scharlachs, im Tj^dms und bei Gesichtsrose und zwar mit croupö.sen und diphtheritischen Exsudaten. Bei scrophulösen Individuen wird er chronisch und führt oft zur Ver- schwärung der Schleimhaut, der Knorpel und Knochen der Nase. Auch der durch Uebertragung von Tripper und Syphilis entstan- dene Catarrh der Nase ist mit Geschwürbildung verbunden. Nur neugebornen Kindern wird der Sclmui)fen lebensgefährlich. Ca- tarrhe betreffen häufig mehr oder weniger gleichförmig den gan- zen Tractus der Luftwege, bald vorwiegend oder ausschliesslich nur einen Abschnitt derselben. So beschränkt sich der Catarrh des Kehlkopfs selten auf den Kehlko})f allein^ gewöhnlich breitet er sich auch über die Luftröhre und über einen Tlieil der Bron- chien, zuweilen auch auf den Pharynx aus. Von Ictztei-en und den Tonsillen kann eine catarrhalische Entzündung auf den Kehl- ko])f übertreten und bei ihrer Steigerung am Kehldeckel und in der Umgebung der Stinmn-itze durch Schwellung der Schleim- haut, durch Oedem ders('lben und des submucoesen Zellgewebes bald zum Erstickungstod führen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21438353_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)