Zur Laparotomie bei Perforativperitonitis / von Th. Escher.
- Escher, Theodor.
- Date:
- 1887
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Credit: Zur Laparotomie bei Perforativperitonitis / von Th. Escher. Source: Wellcome Collection.
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![Leibe nachgeben fühlte; gleich darauf intensiver Leibsclimerz, Uehelkeit, Erbrechen, Schwächegefühl. Bei seinem Eintritte in’s Hospital, 1. November 1881, bietet der kräftig gebaute, aber schlecht genährte Mann alle Syni})tome einer diffusen Peritonitis mit Gasentwicklung; die Leberdäm])fung fehlt. Beim Fehlen jedes Anhaltspunktes bezüglich der Lokalität der inneren Verletzung wird vom Operiren Abstand genommen. Tod in weniger als 24 Stunden. Sektionsbefund am Peritoneum; Ansammlung von Gas und trüb-gelblicher Flüssigkeit; Peritoneum stark geröthet und von Membranen bedeckt. Die Unterfläche der Leber ist mit dem Anfangs- theile des Duodenums durch Faserstränge verbunden, das umgebende Peritoneum schwielig verdickt, rauh; mitten darin befindet sich eine Oeffnung, die in’s Duodenum hineinführt. Im Duodenum, etwa 1 Ctm. unterhalb des Pylorus, befindet sich am oberen Umfange ein bis auf das Peritoneum reichendes, IV2 Ctm. im Durchmesser haltendes, rundes Geschwür; in der verdickten, schwieligen Serosa ein kleines Loch, das, wie oben erwähnt, die Kommunikation mit der Peritoneal- höhle herstellt. Dieses Loch ist von der Leber zugedeckt. In der Mucosa des Duodenum eine kleine Narbe, die den Band des Geschwüres erreicht. Sonst sind Duodenum und Magen von normalem Aussehen. Es war keine Frage, dass die einen Verschluss bildenden Peritonealadhärenzen in der Umgebung des Ulcus dnrcli die Anstrengung der Banchpresse nach gegeben und damit die Ver- bindung zwischen Geschwür und Banclihöhle freigemacht hatten. Die tiefe Lage der Perforation und der Gasaustiitt hatten eine Erkennung des Sitzes nnmöglicli gemaclit, daher der Fall tödtlich verlief, ehe es zur Laparotomie kam. Im folgenden Falle wurde die Perforativperitonitis, die freilich keinen hochgradig akuten Charakter hatte, rechtzeitig und erfolgreich operativ behandelt. IV. Karl T., 20 Jahre alt, Seiler, sonst gesund, hatte seit seiner Kindheit eine rechtsseitige, Ijewegliche Skrotalhernie, die ihn aber nie bei der Arbeit störte. Manualreposition war nie nöthig, da der Bruch stets früher oder später spontan zurückging. Bis zum 17. Jänner 1886 arbeitete Patient in ungestörter Gesundheit; an diesem Tage fühlte er bei der Arbeit olme Veranlassung plötz-. lieh einen intensiven Schmerz im Bauche, den er als Krampf auffasste, sowie ein Schwächegefühl im ganzen Körper. Nach einiger Zeit liess Schmerz und Schwäche nach, und Patient arbeitete wieder weiter, doch fühlte er sich übel; kein Erbrechen. Am nächsten Tage, Mittags, bemerkte Patient, dass die rechte Slvrotal- iiälfte anschwoll; er hielt dies für den ausgetretenen Brucli und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22453362_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


