Zur Quellenkunde der persischen Medizin / Adolf Mauritz Fonahn.
- Adolf Fonahn
- Date:
- 1910
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Credit: Zur Quellenkunde der persischen Medizin / Adolf Mauritz Fonahn. Source: Wellcome Collection.
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![Er war ein naher Verwandter des eben erwähnten (Nr. 12) bekannten Arztes Kämäl äd-din Husäin; beide waren aus derselben Stadt. Er wird er- wähnt1) als einer der berühmtesten Gelehrten gegen Ende der Regierung des Sah Tähmäsp (+ 1576 n. Chr.) und wird sowohl als hervorragender medizinischer Verfasser als auch als ein tüchtiger Arzt geschildert. Weiter wird berichtet, daß er nach längerem Dienst bei ‘Abd alläh Hän Istäglü, dem Gouverneur von Sirwän, nach Mäshäd versetzt wurde. Unter 'Imäd äd-din hatte Qädi Nur alläh in seiner Jugend die medizinischen Werke des Mir Rijät äd-din Mänsür (aus Siräz, t 1541/42 n. Chr.) studiert. Er schrieb verschiedene pharmakologische Abhandlungen, über Gifte und Gegengifte, über Medicamenta composita, über die Chinawurzel, über Opium, über Bezoarstein, und die „Risalä-i-jämbu “ (siehe dieses). Weiter verfaßte er eine Abhandlung über die Syphilis (Ätisäk) und deren Geschichte, eine Ab- handlung, die leider noch nicht näher studiert und noch nie publiziert worden ist. Auch über Anatomie hat 'Imäd äd-din geschrieben (vgl. H. Haifa III, 377). 15. Muhammäd bin Jüsuf ät-tabib äl-Haräwi („der Arzt aus Härät [oder Hirow?]“), zweite Hälfte des 15. Jahrh. n. Chr. War ohne Zweifel der Vater des nachstehenden Jüsufi. — Er schrieb das arabisch-persische „Gäwähir äl-lugat“, ein medizinisches Wörterbuch. 16. Jüsuf bin Muhammäd bin Jüsuf ät-tabib, mit dem Dichternamen Jüsufi, erste Hälfte des 16. Jahrh. n. Chr. Er war ein Sohn des eben genannten Muhammäd bin Jüsuf, und noch mehr bekannt als dieser. Lebte in der Zeit des Sultän Bäbär (t 1530) und dessen Sohn Humäjün. — Von seinen medizinischen Werken kennen wir: „Fäwä’id-i-ahjär“, geschrieben A. H. 913 (1507/08 n. Chr.), „Qasidä fi hifz äs- sihha“, dem Sultän Bäbär gewidmet, A. H. 937 (=1530/31 n. Chr.) „Rijäd äl-ädwijä“, dem Sultän dediziert. A. H. 946 (= 1539/40 n. Chr.), ,,'Iläg äl- ämräd“ und Kommentar dazu „Gämi' äl-fäwaid“ und „Tibb-i-Jüsufi“2). 17. Kämäl äd-din Bädi äz-zäman abü 'l-Fadl Hubäis bin Ibrähim bin Muhammäd (siehe auch Wüstenfeld: Gesch. d. arab. Ärzte, Nr. 73). Seine Lebenszeit ist nicht genau zu datieren. Pertsch (Gotha-Katalog) weist darauf hin, daß man einen Anhaltspunkt für die Zeitbestimmung dadurch erhält, daß der Kämäl äd-din in dem gleich unten erwähnten Werke sagt, es sei auf Veranlassung des Sultän Abü ’l-Härit Mälik Säh geschrieben. Freilich hat man noch nicht bestimmt, welcher Fürst des Namens Mälik Säh die Kunjä Abü ’l-Härit getragen hat; aber Pertsch meint, es wird sich zweifelsohne aus- findig machen lassen. Wenigstens kann es nach ihm keiner von den drei Sälgüqensultänen dieses Namens gewesen sein. — Er schrieb die „Kifäjät ät-tibb“. 18. Abü ’l-Mägd ät-tabib äl-Bäidäwi. Seine Lebenszeit ist nicht näher bekannt. Indessen fügt er (in seiner Anatomie) bei der Erwähnung des 'Alä äd-din die Wörter: Gott sei ihm gnädig J) Siehe Kat. Brit. Mus. unter Add. 23 560. 2) In dem großen biographischen Werk „Mahzän äl-garä’ib“ (vollendet 1803/04) ist eine Biographie von ,,M;iulänä Jüsufi“ gegeben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28037935_0144.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)