Zur Quellenkunde der persischen Medizin / Adolf Mauritz Fonahn.
- Adolf Fonahn
- Date:
- 1910
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Credit: Zur Quellenkunde der persischen Medizin / Adolf Mauritz Fonahn. Source: Wellcome Collection.
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![Ursprünge der Indischen Medizin mit besonderem Bezug auf Susruta“ in per- sischem Text und deutscher Übersetzung wiedergegeben. — Wir erlauben uns, hier einen Extrakt aus seiner Übersetzung dieses bekannten Werkes zu bringen. „. . . . Deswegen nun hat der Knecht des Hofes des Shahanshah mit Namen Bhavah ibn Khawäss Khan .... die Idee gehabt, daß dann klar und einleuchtend ist, daß das wichtigste von allen Dingen und das notwendigste aller Erfordernisse die Wissenschaft der Medizin ist. Nun ist es aber erfahrungsgemäß bekannt, daß was die Griechen darin erforscht haben, der Konstitution der in Indien lebenden Menschen nicht kon- form ist und sich mit dem Clima dieses Himmelsstriches nicht verträgt; und da noch dazu die Namen der Arzneien in persischer und griechischer Sprache bezeichnet sind, so kennt man die wirkliche Natur derselben in diesem Lande nicht und die meisten davon sind gar nicht vorhanden. Es ist also notwendig, die Werke der indischen Ärzte zu durchforschen, die wie ein Magnet für das Eisen der Gebrechen der menschlichen Struktur und die Verderbtheit der Kon- stitution sind. Aber unter den Werken der Ärzte Indiens umfaßt keines die gesamten medizinischen Regeln und keines kann die anderen entbehrlich machen .... Was nun dieser untertänige Diener seines Herrn zu berücksich- tigen bittet, ist dies: Nachdem er, .... die Überbleibsel der reichbesetzten Tische und das Kehricht der Weisheit und des Unterhalts von diesem Hofe bekommen und sich nach deren Genuß gedrängt hat, beabsichtigt er jetzt, eine Sammlung über die Wissenschaft der Medizin in persischer Übersetzung zu veranstalten. Da kam denn auch der Befehl des hohen Hofes: „Du, der die Befähigung dazu hat, übernimm das Geschäft [d. h. thu was du kannst und du sollst sehen, daß] das Übersetzen einer Auswahl aller Vorschriften aus den medizinischen Büchern der indischen Ärzte in die persische Sprache, welche die eleganteste von allen ist, eine Quelle reicher Belohnung und unbegrenzten Lobes für dich sein wird.“ Darauf unterzog er sich der Mühe, dieses Buch aus dem Hindi [d. h. Sanskrit] ins Persische zu übersetzen. Manche Wörter, die im Persischen nicht eingebürgert sind, hat er unter ihrer indischen Bezeichnung eingeführt und deren Bedeutung klar entwickelt Von medizinischen Werken sind die des Susruta, Charaka, Jänükaran [i. e. Jätükarna], Bhoja, Bheda, Vagbhata, Rasaratnäkara, Särngadhara, Vangasena [oder Bangasena], Chintämani, Mädhavanidäna, Chakra- datta, Gayadatta [i. e. Gayadäsar] und anderer im allgemeinen Gebrauch gewesen. Von einem jeden sind Auszüge gemacht Weil dieses Buch nun die Gesamtheit aller ärztlichen Vorschriften umfaßt, so ist es die Sikan- darschähische Fundgruhe der Medizin benannt worden. Dies geschah im Jahre 918 ( = 1512/13 n. Chr.). Das Werk ist abgeteilt worden in eine Vorrede und 3 Bücher1). Die Vorrede handelt von etc.“ (siehe oben). Fasl 23 des Bäb I2): „Über Vorsichtsmaßregeln, die der Arzt für den König und sein Heer gebrauchen muß, um sie vor allen Arten Vergiftung und Unheil, die mit könig- b Im Text steht: *_>l> bäb „Kapitel“. 2) Die persische Übers, schließt sich (nach Haas) dem Text des Susruta genau an. Fon ahn, Quellen der persischen Medizin. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28037935_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


