Handbuch der allgemeinen Pathologie : fur Aerzte und Studirende / von Franz Hartmann.
- Date:
- 1871
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Credit: Handbuch der allgemeinen Pathologie : fur Aerzte und Studirende / von Franz Hartmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Do? BhU hat eine höhere Temperatur, alß im ptBnnden Zustande — Es er-'^ gibt Bich auB dem oben antjcführtcn, dass dati Blut diese von Simon ange- gebenen Charaktere haben kann , aber sie Bind niclit nothwenditf immer vor- ' handen. Es ist bis jetzt nochnicht gelungen, eine genügende Erklärung für die | Vermehrung des Faserstofifes im Blute bei Heberiialten Entzündungen /u geben. Als von der Entstehung des Faserstoffs die Rede war (pag. fi2), < wurde als möglich dargestellt, das« sich derselbe aus dem Albumin durch ! höhere Oxydation desselben im Blute, da hier, wie wir wissen, Oxydations- processe vor sich gehen, bilde. Eine Vergleiciiung der Zusammensetzung des Faserstoffs und des Albumins führte zu dieser Hypotliese. Man hat die- selbe nun auch benutzt, um die Vermehrung des Faserstoffs in pathologi- , Bchen Zuständen zu erklären. Man machte diese nämlich von einem ver- | mehrten Oxydationsprocesse im Blute in Folge vermehrter Sauerstoffauf- nahme abhängig. Hiergegen sprach aber die Vermehrung des Fibrins in ( Zuständen, in welchen die Sauerstofi'aufnahme beschränkt ist, wie in der \ Pneumonie und Pleuritis. — Das Fibrin geht im Blute noch höhere Oxy- , dationen ein und gründet hierauf Leh m a nn eine andere Erklärung der , Fib rinvermehrung in der Entzündung; dieselbe kommt nemlich zu Stande I durch Verminderung der Sauerstoffzufuhr. Der Sauerstoff reicht hier gerade hin, um Stoffe zu Fibrin, aber nicht weiter zu oxydiren. Hiermit wären wohl die Faserstoffzunahmen in der Pneumonie und Pleuritis erklärt, aber nicht in den Zuständen, in welchen eine Behinderung der Respiration nicht , stattfindet.— Simon'), welcher den Faserstoff aus den Blutkörperchen ent- i stehen lässt, erklärt die Vermehrung aus dem in den Entzündungen durch ] die beschleunigte Blutcirculation vermehrten Verbrauch an Blutkörperchen. | Hierdurch ist zugleich auch die Verminderung der Blutkörperchen darge- [ than. Beide Erscheinungen treten um so mehr hervor, als die peripherische j Ernährung darniederliegt und weniger I aserstoff verbraucht wird, als unter , normalen Verhältnissen und die verbrauchten Blutkörperchen nicht durch i frische Chyluskörperchen in Folge der darniederliegenen Assimilation er- setzt werden. Wenn man nun auch nach der Formel für Albumin und Fibrin eine Umwandlung des ersteren in letzteres annehmen kann, so ist hiermit nicht i gesagt, dass diese Umwandlung im Blute stattfinden muss, sie kann nach H Virchow^) auch in den Geweben stattfinden. Der Faserstoff des Blutes wäre dann der überflüssige Theil des in den Geweben gebildeten und von », den Lymphgefässen dem i>lute zugeführten Faserstoffs. Hiernach wäre das entzündete Organ selbst die Quelle der Vermehrung des Faserstoffs im Hluie und der Gehalt desselben würde dann abhängen von der Grösse der Faser- stoffbildung in dem entzündeten Organ (faserstoffige Exsudation) und von , dem Gehalte des Organs an Lymphgefässen. Je reichlicher nemlich ein ; entzündetes Organ mit Lymphgefässen versehen ist, desto bedeutender muss die Zufuhr an Faserstoff und die Vermehrung im Blute sein, wenn wir die Grösse der Faserstoflbildung überall gleich setzen. Die Entzündung der- jenigen Organe, welche nur wenige Lymphgefässe besitzen, würde einen j nur unbedeutenden Einfluss auf die Vermehrung des Faserstoffs ausüben, „ so wichtig auch das Organ an sich sein möchte. Dies stimmt mit den Er- fahrungen überein. Wir finden bei den Entzündungen des Gehirns eigentlich ^ keine Vermehrung des Faserstoffs, man kennt aber auch kaum Lymphge- 1) Simon, a. a. 0. pag. 183. 2) Virchow, CcUularpathologie, pag. 146 und 148.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21906956_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)