Illustrierter Kommentar zu der Hippokrateischen Schrift / herausgegeben von Hermann Schöne.
- Apollonius, of Citium.
- Date:
- 1896
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Credit: Illustrierter Kommentar zu der Hippokrateischen Schrift / herausgegeben von Hermann Schöne. Source: Wellcome Collection.
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![Nicht zu tief iierabzugelien ist schon deshalb ratlicb, weil die drei Lobgedichte auf Niketas, welcbe, wie ibr Inbalt zeigt, bald nacb Fertigstellung des Buches auf einige freigebliebene Blatter binter dem Inbaltsverzeicbnis von mindestens zwei, wabrscbeinlicb drei verscbie- denen Han den eingetragen worden sind, nocb in Majuskeln gescbrieben sind; offenbar war also damals die Majuskelscbrift nocb nicbt verdrangt. Uud die Handscbrift spater als etwa 950 entstanden zu denken verbietet sicb dadurcb, dafs bereits Suidas, wenn nicbt Alles trugt, das erste jener Gedicbte citiert. Die Frage ist zu wicbtig, urn ibr nicbt eine besondere Erwagung zu widmen. Der Verfasser dieses Gedicbts beginnt mit der Aufforderung, die berubmtesten Arzte des Altertums mbcbten sicb „larmender Freude bingeben: TTOvouc Y^p u|uu)v Touc TTpiv T]|uaupiupevouc, auxputvrac ribr) koi TraprmeXriiLievouc Km cpGeipiuJVTac, tbc Xoyoc KaXXicGe'vriv, NiKpTac eupibv TraYKpaxfic 'iTriroKpotTric 10 eHeOpev eSebujKcv uipoucev pcTCt. Hier werden mit byzantiniscber Gescbmacklosigkeit die von Ungeziefer angegriflfenen Exemplare alter arztlicber Scbriften mit dem Olyntbier Kallistbenes, der an qpGeipiacic zu Grunde gegangen sein soil, verglicben. Nun stebt bei Suidas in dem Artikel KaXXicGevrjc Folgendes: koI qpepexai Xoyoc ibc 6 KaXXicGevric uno qpGeipuuv uTreppXuceuuc m\ dK^pctceuic xov piov Koxacxpeqper koi papxupeT 6 lapPoc ouxoc „Km qpGeipiwcav ibc 6 xrp'iv KaXXicGevrjc, irepl xnc laxpiKfic xexvnc Xeyuiv ibc ttovu. Da es vollig unwabrscbeinlicb ist, d^s ver- scbiedene Leute unabbangig von einander auf einen so gesucbten Vergleicb verfallen sein sollten, so bleiben, soweit icb sebe, nur drei Moglicbkeiten, diese auffallige tlbereinstim- mung zu erklaren. Erstlicb ist denkbar, dafs scbon vor der Zeit der Entstebung der Cbirurgensammlung ein byzantiniscbes Gedicbt existiert bat, aus welcbem Suidas einen Vers wortlicb anfiibrte, und welcbem der Verfasser des Gedicbts auf Niketas den Ver- gleicb mit Kallistbenes unter leiser Abanderung entlebnte; zweitens konnte der Verfasser des Gedicbts auf Niketas selbst in einem anderen, fruber oder spater entstandenen poetiscben Ergufs, den man etwa einer abnlicben mediciniscben Kompilation vorgesetzt denken wiirde, die von Suidas angefiibrten Worte gebraucbt baben; drittens kann Suidas den cod. Laur. LXXIV, 7 in Konstantinopel benutzt, das erste Gedicbt auf Niketas ge- lesen und spater einen Vers desselben aus dem Gedacbtnis und ungenau citiert baben. Diese letzte Erklarung, welcbe scbon Coccbi gegeben bat (a. a. 0. S. 34), ist bei weitem die einfacbste und wabrscbeinlicbste, zumal wenn man bedenkt, dafs die von Suidas gebotene Form des Verses sebr wobl einer undeutlicben Erinnerung an gewisse Verse](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28984109_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)