Illustrierter Kommentar zu der Hippokrateischen Schrift / herausgegeben von Hermann Schöne.
- Apollonius, of Citium.
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Illustrierter Kommentar zu der Hippokrateischen Schrift / herausgegeben von Hermann Schöne. Source: Wellcome Collection.
41/156 (page 31)
![aufrecht stehenden, dunkelgrauen Leiter; der Arzt, in dunkelrotem, kurzem Gewand, zieht stehend den luxierten Arm abwarts; ein Gehiilfe, in kurzem Gewand von noch dunkelerem Rot, bewirkt, indem er knieend die Fiifse des Patienten abwarts zieht, eine Gegen- extension. Tafel VII. 4)aPoXr| uigou f] bict trie d)iPnc. Reposition der luxatio axillaris. Zwei starke Holzsaulen sind durch einen aufgelegten Querbalken verbunden; an diesem Geriist ist, etwa in Manneshohe, ein Querbaura durch Stricke befestigt. Der Patient hangt mit der linken Achsel an diesem Querbaum; ein Arzt in kurzem, aufgeschiirztem Gewand von rotlicher Farbung zieht stehend an dem luxierten Arm, an dem die dp^ri, eine Holzleiste mit einem naoh dem Humeruskopf gerichteten hervorstehenden Rande, befestigt ist; ein zweiter Arzt in kurzem, himmelblauem Gewand ubt knieend, indem er an den Fiifsen des Patienten zieht, eine Gegenextension aus. Ein Rifs in dem Pergamentblatt der Hs., auf auf dem diese Darstellung steht, ist zugenaht, und unten ist ein Streifen aufgeklebt. Tafel Vm. epPoXp ujpou f) bid xoO biqppou. Reposition der luxatio axillaris. Der Patient ist an einen dunkelgelben Sessel mit hoher Riickenlehne von hinten herangetreten, hat seinen rechten, luxierten Arm fiber die Lehne gelegt und schwebt fiber dein Erd- boden. Der Arzt, der ein kurzes dunkelblaues Gewand und einen dunkelroten Mantel tragt, hat den luxierten Arm ergriffen und zieht ihn knieend nach unten; die appri ist nicht sichtbar, mufs aber vorausgesetzt werden. Die Gegenextension ist nicht dargestellt (vgl. oben S. XXVII). Dafs die rechte Achsel des Patienten nicht auf der Lehne des Sessels ruht und dafs die Sitzflache des Sessels sich nach hinten ein Stfick verlangert, beruht ofifenbar auf einem Mifsverstandnis der Vorlagen. — Erotian S. 70, 4 Klein sagt: irac .. biqipoc dvaKXicpdv GeccaXiKoc Trapd xoic TraXaioic XeYCxai, und dies dfirfte auch die Meinung des Apollonius gewesen sein. Galen dagegen fafst den Begriff etwas enger, er erklart XVIII A 344 K: 6p6vou xi xoioOxov fjv exfipa koxci ©exxaXiav pdXicxa TrXeovd^ov nciXai, Kux’ euGeiac YPaupdc dvaxexapevov eic uipoc, opGov Ixov x6 oiov eTxiKXivxpov^^) xoO Gpovou, Ttepi ou xpv dvxixaciv dHioT iToieTcGai, KoGduep ^pirpocGev uixo (vielmehr unep) xoO cxpujxfipoc ebibaEev. Tafel IX. 4pPoXf] uupou f) bid xpe biKXiboc Gupac. Reposition der luxatio axillaris. Der eine Flfigel einer zweiflfigeligen Thfir ist nach aufsen geoffnet. Der Patient hangt mit der rechten Achsel darfiber; der Arzt in dunkelblauem, langem Gewande, zieht stehend den luxierten Arm nach unten. — Die Darstellung zeigt, dafs Apollonius unter einer bixXic Gupa eine gewbhnliche zweiflfigelige Thfir verstanden hat. Der Verfasser der Schrift TTcpi dpGpiuv wird aber wohl eine andere Thfirkonstruktion gemeint haben. Denn da die Operation fiber einem Thfirflfigel, wie sie hier dargestellt ist, ebenso gut an einer ein- 61) Der Schriftsteller sagt: oIov diriKXtvTpov, da dieses Wort eigentlich nur fur die Riickenlehne einer KMvr) gebraucht wird; vgl. Lobeck zu Phrynichus S. 132.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28984109_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)