Die Harnconcretionen, ihre Entstehung, Erkennung und Analyse : mit besonderer Rücksicht auf Diagnose und Therapie der Nieren- und Blasenerkrankung / von Joh. Florian Heller.
- Johann Florian Heller
- Date:
- 1860
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Credit: Die Harnconcretionen, ihre Entstehung, Erkennung und Analyse : mit besonderer Rücksicht auf Diagnose und Therapie der Nieren- und Blasenerkrankung / von Joh. Florian Heller. Source: Wellcome Collection.
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![1'] i g e II ^9 c h a f t c. ii. Ueber die Grösse jenes Steins, so wie die Form lässt sich nichts Bestimmtes sagen, da er zertrümmert wurde. Doch war er jedenfalls grosser als eine gewöhnliche Wallnuss. Die Farbe war weiss, die Oberfläche rauh, vorzüglich durch Erdphosphate. Im Innern waren die Schichten, welche meist aus kohlen- saurem Kalk und Thonerde bestanden, hart, die Härte war jedoch keine solche, dass sie der angewendeten Operationsmethode Schwierigkeiten gebotlien hätte. Analytische Bestiiiiiuiiiig. Einerseits zeigen solche Concretionen das chemische Ver- halten des kohlensauren Kalks, wovon im vorigen Capitel die Rede war, anderseits die Reactionen, die der Thonerde zukom- men und zwar: 1. Ein Stückchen des Steins (oder das getrocknete Harnsediment) am Platinblech oder vor dem Löthrohre all.nälig bis zum Verschwinden der or- ganischen Substanz erhitzt, färbt sich schön ul tra m a ri nbl au (offen- bar wirkliche Ultramarinbildung). 2 Wird das Steinpulver stark geglüht, der Aetzkalk mit Wasser ausge- zogen, fio bleibt die Thonerde zurück, die in Aetzkali löslich ist und durch Salmiak wieder gelallt wird. 3 Die in 2 zurückgebliebene Thonerde auf Kohle mit Kobaltsolution (salpetersauresKobaltoxyd) befeuchtet und stark vor dem Löthrohre geglüht, wird blau. Pathologie. Ueber das Vorkommen der Thonerde im Harn war bereits im allgemeinen Theile die Sprache. Ueber das Entstehen des Steins in obigem Falle kann nichts Bestimmtes angegeben wer- den. Das Mädchen war immer gesund und kräftig, wie sie angab, und ihr Aussehen hatte dem entsprochen. Die Patientin betheu- erte niemals Thon oder Erde genossen zuhaben, wie dies zu- ' weilen aus hysterischer Pica geschieht. Wäre dies auch der Fall, so müsste doch der grösste Theil der Thonerde durch die Fäces ausgeschieden werden. Mit Bezug auf die anderen Fälle, in welchen ich in Harnsedimenten neben^ohlensaurem Kalk und Erdphosphaten sehr wenig Thonerde fand, muss bemerkt wer- den, dass diese zu der vorigen Gruppe zu zählen sind, und dass](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20399352_0182.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


