Handbuch der Therapie der Erkrankungen des Nervensystems (ausschl. Gehirnkrankheiten) ... / herausgegeben von F. Penzoldt und R. Stintzing.
- Franz Penzoldt
- Date:
- 1903
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Credit: Handbuch der Therapie der Erkrankungen des Nervensystems (ausschl. Gehirnkrankheiten) ... / herausgegeben von F. Penzoldt und R. Stintzing. Source: Wellcome Collection.
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![wprdpT1 als Rgo-el aber kann sie nach der Erfahrung nicht gelten. Denn bei den fannlitiren Typen von Erkrankungen des Centraineryensystems ist eine derartige «-Ä bei mehreren Fern« ienmrtghedernmen»hnm , ,cM Bpo.riff denken 1 So müßig nun zunächst für unseren Zweck — die Bekämpfung der°neuropathischen Veranlagung - das Zurückgreifen auf fehlerhafte Kemanlagen und die Behauptung einer verschiedenen Art dieser erscheint, so hat die autge woriene EraTS «ne gewisse Bedeutung für die Prophylaxe. Denn können wir auch an dem zur Entwickelung bestimmten, für das Individuum prädestinierte Keime nichts mehr ändern, so muß doch die Prophylaxe noch weiter zurückgreifen, 5MSSS dem Wesen und den Ursachen der Pathologie der Keimzellen nachsnüren und zu begegnen suchen, andererseits aber, wo jene germinative Ano- malie* vorliegt oder, richtiger, vermutet werden kann, die weitere Entwickelung mintitio' zu beeinflussen bestrebt sein. . . Ö ' Gehen wir zunächst dem Ursprung der Keimanomalie weite»]?.nach, indem wir die Erzeuger näher ins Auge fassen, so läßt sich auch hier wieder, soweit uns i Kenntnisse reichen, manch durchgreifender Unterschied in den körperlichen Eigen- schaften und Fähigkeiten erkennen, und man müßte den Thatsachen Gewalt ant i , wollte man allen neuropathischen Erzeugern eine ihnen gemeinsame keimpiade - liierende pathologische Eigenschaft ansinnen. Im Gegenteil, wenn man eine gioe Anzahl solcher Individuen auf krankhafte Erscheinungen durchmustert, so sind diese außerordentlich mannigfaltig, und es drängt sich weiter die Frage auf ob da Wesen der Anlage ausnahmslos primär im Nervensystem odei anderen Organen zu suchen sei. Es widerspricht geradezu unseren Anschauungen von dem Zusammenhänge spezifischer Funktionen der Organe mit ihrem histologischen und chemischen Au bau, für die aller verschiedensten Störungen der Funktionen die Ursache m einem im demselben Organe zu suchen. Wenn wir an der wohl unbestrittenen Annahme emei spezifischen Energie der lebenden Zelle, also auch der Nervenzelle festkalten, so ist dies eine an die innere Organisation gebundene, der Zelle immanente Eigen- schaft, aus welcher heim Zusammenwirken gleich oder ungleich organisierter Ze en oder Zellgruppen (Gewebe) die spezifischen Funktionen hervorgehen. Diese können quantitativ gewisse Schwankungen erleiden (Steigerung oder Herab- setzung) ohne materielle Störungen der Zellen. Qualitative Funktions- anomalien oder Vernichtung der Funktion dagegen müssen an ein materielles Sub- strat, an organische Veränderung, gebunden sein. Die quantitativen Funk- tionsstörungen — und nur mit diesen haben wir es bei der nervösen Anlage zu thun — wären nur dann aus einer Strukturveränderung zu erklären, wenn ihnen eine gewisse Konstanz eigen wäre. Gerade das Gegenteil ist aber bei der neuropathischen Anlao-e der Fall. Denn die Erscheinungen dieser zeichnen sich gerade dadurch aus, daß sie sich rasch verflüchtigen, häufig wechselu, ja von einem Extrem in das am leie überspringen. Als Typus einer bereits zur Reife gelangten neuropathischen Piathese können die Neurasthenie und die Hysterie gelten. Beide Neurosen, namentlich die letztere, sind bekanntlich gekennzeichnet durch die Variabilität und den häufigen Wechsel ihrer Symptome. Trotz dieser Schwankungen in den Leistungen des Nervensystems bleibt dennoch seine spezifische Thätigkeit bei dem „nervösen Menschen, wie Bewegung, Empfindung, Absonderung, qualitativ erhalten. Das alles ist unvereinbar mit der Annahme einer bleibenden pathologischen Strukturverände- rung des Nervensystems selbst. . . Erklärlicher wird uns die nervöse Disposition, der durch sie bedingte quanti- tative Wechsel der Nervenarbeit bei Erhaltung ihrer spezifischen Leistung, sobald wir das Wesen auch außerhalb des Nerveuapparates suchen, in anderen Oiganui, im Kreislauf, insbesondere in den cirkuliereuden Körper Säften. Von diesen wissen wir, daß ihre Eigenschaften entsprechend ihrer wechselnden Zusammensetzung manchen Schwankungen unterworfen sein können. Bei allen den Organen eigenen spezifischen Thätigkeiten werden Stoffwechselprodukte geliefert, die wn nei- lich wenig kennen oder wenigstens nicht im einzelnen zu unterscheiden vermögen. Es liegt aber die Annahme nahe, daß bei manchen Erkrankungen der Organe lhie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21519523_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)