Taschenbuch der klinischen Hämatologie / von Dr. von Domarus ; mit einem Beitrag: Röntgenbehandlung bei Erkrankungen des Blutes und der blutbereitenden Organe / von H. Rieder.
- Alexander Domarus
- Date:
- 1922
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Credit: Taschenbuch der klinischen Hämatologie / von Dr. von Domarus ; mit einem Beitrag: Röntgenbehandlung bei Erkrankungen des Blutes und der blutbereitenden Organe / von H. Rieder. Source: Wellcome Collection.
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![In manchen Fällen von sogen, latenter Malaria1) kann nach längerer Zeit (eventuell viele Monate) irgend¬ eine Schädigung des Körpers (Trauma, Infektions¬ krankheit, Klimawechsel usw.) die Malaria in Form eines akuten Anfalls wieder zum Aufflackern brin¬ gen. Man macht jetzt von dieser Tatsache Ge¬ brauch, indem man durch verschiedene harmlose Prozeduren (Bestrahlung mit der Höhensonne [vgl. S. 134], Milzdusche, Adrenalininjektionen usw.) einen Anfall provoziert und alsdann die zirkulierenden Plas¬ modien therapeutisch zu vernichten sucht. Therapie, Das souveräne Medikament bei Malaria ist wegen seiner spezifischen Wirkung das Chinin. Am energischsten wirkt es gegen die jungen, im zirkulierenden Blute vorhandenen Parasiten. Die Wahl des Zeitpunktes der Verabreichung muß auf Grund der mikroskopischen Blutuntersuchung ge¬ troffen werden. Gegen die Gameten und die in den inneren Organen befindlichen Parasiten ist das Chinin wirkungslos. Auch sonst gibt es vereinzelte (auch Tertiana-) Fälle, die sich gegen Chinin resistent verhalten (Salvarsan!). An Stelle der von R. Koch empfohlenen Medikation (1,0 Chin. 4—6 Stunden vor dem zu erwartenden Anfall) verteilt man jetzt die gleiche Dosis in Form kleiner Einzeldosen auf den ganzen Tag. Nach Nocht gibt man von 6 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags alle 2 Stunden je 0,2 Chin. hydrochlor. (~ F0). Die Parasiten pflegen nach 1 bis 2 mal 24 Stunden, bei rropjca nach einigen (3—4) Tagen zu schwinden. Um eine \ollige Sterilisation zu erreichen, wird die Chininkur noch längere Zeit fortgesetzt: Während des Fiebers und der weiteren f age täglich 5 mal 0,2, dann 2 Tage Pause, hierauf 3 Chinin- Vpe’. ^ Pause, 2—3 Chinintage, 4 Tage Pause, 2—3 Uhmintage, 5 Tage Pause, 2 Chinintage, 5 Tage Pause, 7 us*‘ n”ndestens 6 Wochen jeden 6. und 7. Tag je , minin (man legt am besten einen „Chininkalender“ an). atifW,.*?11 ^Symptomen von latenter Malaria gehören unter Neuralgien usw^*lnurle> hartnäckige Kopfschmerzen, Ikterus,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31345888_0170.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)