Die Variolation im achtzehnten Jahrhundert : ein historischer Beitrag zur Immunitätsforschung / Arnold C. Klebs.
- Arnold Klebs
- Date:
- 1914
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Credit: Die Variolation im achtzehnten Jahrhundert : ein historischer Beitrag zur Immunitätsforschung / Arnold C. Klebs. Source: Wellcome Collection.
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![praktische Erfahrung in der Sache aus. Auch aus Oldenburg, Bremen und besonders aus Schleswig-Holstein liegen ähnliche Berichte vor (s. Dänemark). e2) s. a. oben Anm. 79. Der erwähnte Ausspruch van Swietens findet sich auch in de la Condamines Second memoire (Ausg. Geneve 1759, p. 41). 93) De Haens wichtigste Schriften sind: Quaestiones saepius motae super methodo inoculandi variolas (etc.). Yindob. 1757 (Napoli 1778 und noch öfters wiederholt); dann seine Refutation de l’inoculation reponse ä M. de la Condamine et Tyssot, Vienne 1759 (Haag 1760). Noch 1764 antwortet er auf Balth. Tr alles’ (Breslau) Einwürfe, was eine weitere Antwort zeitigt. Auch in seiner Ratio medendi (1758—79) verteidigt er seinen gegnerischen Stand¬ punkt (separat auf Deutsch von Wasserberg, Wien 1775). 94) s. a. oben Anm. 47. 95) Daß gerade von Leber der erste war, der in Wien tatsächlich impfte, ist interessant, da er ein besonderer Protege de Haens war. Anton Rech¬ berger scheint später viel geimpft zu haben, er war der Sohn Anton Johann R., dessen „Vollständige Geschichte der Einimpfung der Blattern in Wien“ (Wien 1788) er herausgab. Dieses Werk gibt einige gut beobachtete Impffälle, sowie die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse inbezug auf die Variolation. 96) Aus dem Schreiben des Pürsten Kaunitz (Original bei Wiesner, s, Anm. 97) an den Grafen Seilern in London, vom 3. März 1768 ist zu er¬ sehen, daß der letztere schon verschiedene Berichte über die „dortlands zur größten Vollkommenheit gebrachten Einbeizung der Blattern“ eingesandt, und ferner daß der englische König vorgeschlagen hatte, seinen ersten Leibarzt (Chirurgen) Middleton zu Impfungen nach Wien zu schicken. Daß die Wahl auf Ingen-Housz fiel, ist sicherlich dessen Empfehlung durch Sir John Pringle, der mit Ingen-Housz und van Swieten intim befreundet war, zu verdanken. Pringle war damals nur Leibarzt der Königin und erscheint daher seine Unter¬ schrift nicht auf dem erwähnten Bericht. 97) Die Darstellung, die sich an manchen Orten findet, daß Ingen-Housz nach Erfüllung seiner Mission in Wien, gleich wieder zurückgekehrt sei, ist ganz unrichtig. Seine bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete der Natur¬ wissenschaften, speziell der Pflanzenphysiologie, stammen zum großen Teil aus seiner Wiener Zeit und sind erst spät in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt worden. Wiesners musterhaft bearbeitete Biographie dieses Mannes (Jan Ingen-Housz, sein Leben und Wirken als Naturforscher und Arzt, Wien, Konegen, 1905) gibt eine sehr wertvolle Schilderung seiner hervorragenden Tätigkeit. 98) Nach M. J. Godefroi (Het leven van Dr. Jan Ingenhousz [etc.]. In: Nederl. Tijdschr. v. Geneesk., Amst.1875, 2.;Reeks, xi, 285—302) sind „tweehonder- tal (200?), nach Arneth (Geschichte Maria Theresia, 1876) nur 65, dagegen nach Ingen-Housz selbst (Brief bei Godefroi p. 293) nur 29 Kinder zu diesem Zwecke geimpft worden. ) Ingen-Housz wurde nicht nur glänzend bezahlt für seine Dienste, sondern auch zum kaiserlichen Leibarzt und Hofrat mit einem Gehalt von 5000 Gldn. fest angestellt. Dieser ist ihm bis an sein Lebensende (1799) jähr¬ lich ausgezahlt worden. Da diese Stelle ihm keine besonderen Dienstpflichten auferlegte, konnte er sich seinen naturwissenschaftlichen Studien widmen (s. Wiesner, S. 37; 235—236). 1°°) jm i2. Bande seiner Ratio medendi erwähnt er einen Fall mit, der nach der Impfung durch Ingen-Housz tödlich verlaufen war, was dieser als „malicieux et faux“ bezeichnet, da keiner seiner Impflinge an den Folgen der Impfung gestorben sei. Weiser als die, welche de Haen „Quaestiones“ be¬ antwortet hatten, setzt er hinzu: „Ce fanatique est trop dangereux pour l’atta-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31353800_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


