Ueber Osteomalacie mit multiplen Riesenzell-Sarcomen und multiplen Fracturen ... / von Wilhelm Schönenberger.
- Schönenberger, Wilhelm.
- Date:
- 1901
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Credit: Ueber Osteomalacie mit multiplen Riesenzell-Sarcomen und multiplen Fracturen ... / von Wilhelm Schönenberger. Source: Wellcome Collection.
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![schon durch die mit diesem Umstand herbeigeführte Ruhigstellung des Gliedes dieser Schädlichkeit ja entzogen worden wäre. Weiter ist es auch sehr auffallend, dass wir an Orten, wo wir bei bestehenden sehr grossen Druck- und Zugwirkungen, auch entsprechende Tumorbildung erwarten sollten, solche nicht antreffen, so hauptsächlich im Schenkelhals (im Biegelow’schen Schenkelsporn), den Wirbelkörpern, die ja gerade als Zeichen des grossen Druckes, dem sie ausgesetzt waren, eine ausge¬ sprochen biconcave Form angenommen haben. Suchen wir an Hand der topographischen Vertheilung der Tumoren nach einem an all diesen Stellen gemeinsam ein¬ wirkenden, allenfalls ätiologisch für unsere Verhältnisse möglichen Moment, so finden wir nichts weiter als circulatorische Verhält¬ nisse, speciell den hydrostatischen Druck im Gefässrohr, der an den obigen Stellen leicht zu Stase führen kann. Aus dem mikroskopischen Befund möchten wir zur Stütze unserer Annahme die zahlreichen Pigmentkörner anführen, die gerade an den Partien, wo Stase und Tumor-Entwicklung am Bedeutendsten, auch am Stärksten vorgefunden werden, während sie an andern Orten, wie z. B. den Rippen, wo die Stase eine geringere sein musste, auch in bedeutend vermindertem Quantum angetroffen wurden, mit einer ebenfalls weniger starken Tumor- Entwicklung. Hiermit fänden wir uns wieder im Einklang mit dem anderen Theil der v. Recklinghausen'schen Hypothese, die wir gleich im Wortlaut anführen, und unterscheiden uns von ihr nur da¬ durch, dass wir nicht auf dem Weg des statischen Druckes und Muskelzuges, dem der Knochen ausgesetzt wäre, dazu gelangen, sondern einfach durch den hydrostatischen Druck, wie er im Gefässrohr, herrscht und als solcher zu Stase führt. „Soll ich die localen Mechanismen bezeichnen, welche bei der Tumor-Bildung, wie schon bei der initialen fibrösen Ostitis durch jene stets wiederkehrenden Zug- und Druckwirkungen in die gesteigerte Thätigkeit versetzt werden, so muss ich die localen Blutgelässe nennen“; . . . ’) und führt als Beleg dafür folgende Momente an '): ]) v. Recklinghausen, a. a. 0., S. 16. *) derselbe, a. a. 0., S. 75.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30600467_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


