Boden und Grundwasser in ihren Beziehungen zu Cholera und Typhus : Erwiederung auf Rudolph Virchow's hygienische Studie Canalisation oder Abfuhr / von Max v. Pettenkofer.
- Max Joseph von Pettenkofer
- Date:
- 1869
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Credit: Boden und Grundwasser in ihren Beziehungen zu Cholera und Typhus : Erwiederung auf Rudolph Virchow's hygienische Studie Canalisation oder Abfuhr / von Max v. Pettenkofer. Source: Wellcome Collection.
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![trieben werden und sich dort durch die unvollkommenen Klappen einen Ausweg erzwingen. ') „Der Kloakeninhalt des westlichen Theiles der Stadt wird durch Pumpen gehoben und dann in die östlichen Kanäle entleert, wo er ;nach mehr oder minder Aufenthalt in den östlichen Sielen zur Mündung gelangt. „Das war der Zustand der Dinge gerade vor dem Ausbruch der Cholera. In Folge der Reinigung der Siele wurde für einige Zeit das Pumpen an der gewöhnlichen Station ausgesetzt; es ergab sich eine grössere Ansammlung in den Sielen, theils aus diesem Grunde, theils wegen Wassermangel. Die Wasserleitungen wurden verändert, um mehr Wasser liefern zu können und neue Maschinen wurden eingesetzt. Während dieser Zeit war trotz der ^rössten Anstrengungen von Seite des Wasseringenieurs die Zufuhr, nament- lich in den tieferen Theilen der Stadt, unzureichend; man empfand eine der Schattenseiten der ununterbrochenen Zuleitung. In den höheren Theilen der Stadt, wo das Wasser zuerst hinkam, wurde eine ungeheure Quantität verbraucht, namentlich, weil das Wetter sehr trocken war, zum Spritzen der Gärten. Die untern Stadttheile litten daher doppelt, durch die an sich geringere Zufuhr und durch den grössern Yerbrauch seitens ihrer reicheren Nachbarn. Da der Regenfall unglücklicherweise auch sehr gering war, so unterliegt es keinem Zweifel, dass die Strömung durch die Siele selbst noch viel langsamer als gewöhnlich war; in der That es fragt sich, ob nicht ein fast gänzlicher Stillstand Ende Juni und Anfang Juli war. „Während das vor sich ging, wurden am 10. oder 11. Juni die Leute vom „Poonah gelandet, von denen einige 6 bis 8 Tage lang an Choleradiarrhöe litten. Die reichlichen Entleerungen von ]) Wenn Prof. Parkes ein Barometer in den Sielen mit einem Barometer in den Strassen verglichen hätte, so würde er wahrscheinlich keinen Unterschied in der Pression der Luft in dem Sinne seiner Voraussetzung gefunden haben. So lange es in den Sielen kühler als in der Luft ist, geht unter gewöhnlichen Umstünden der Zug der Luft in die Siele hinab. Der zu solchen Zeiten aus ihnen sich verbreitende Geruch kommt wesentlich nur auf Rechnung der Diffusion. Dies kann nur anders sein, wenn der Wind von der See kommt und in die Siele bläst. Ich finde hier nicht den Raum, mich über verschiedene Strömungen der fiuft in Kanälen ausführlicher auszusprechen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22268686_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)