Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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![äng:stlicli, besclileuuigt, bei jeglichem Fehlen pathologischer, aljiionner Zustände von selten der Eespirationsorgane. der C'ircnlationsorgane, nur vermög-e einer Störung der Herz- und Lungennerven infolge der onanistischen Reizung. Befindet sich das Individuum noch im Stadium körperlicher Ent^vickelung. so tritt liald (lilorose resp. Anämie auf. die vielleicht ebenfalls durch nervöse Störimgen resp. Affektionen irgendwelcher Art der blutbildenden Organe mit bedingt sind. Hierauf wird die Verdauung beeinträchtigt. Yerdauimgs- störungen und Blutarmut gehen Hand in Hand. Der Appetit ver- ringert sich, eine Lüsternheit nach allen möglichen und unmöglichen Speisen tritt ein, die selbst bis zum (refühl von Heisshunger sich steigern kann. Dyspepsien, ja auch heftige Cardialgien quälen die armen Sünder. Furcht vor Versclüimmerung' des zeitweiligen Zu- standes, Gewissensbisse. Verzagtheit, traurige, trübe Gedanken- stimmung, ztmehmende Gedächtnisschwäche, für den objektiven Be- schauer Abnahme der Intelligenz, getrübte Urteilskraft und eine Menge anderer Symptome vervoDständigen das Bild eines durch Onanie zum Sexualneurastheniker gewordenen Menschen. Besonders ungünstig auf das psychische Befinden der Onanisten wirken die funktionellen Genitalstönmgen derselben, die krank- haften Samenverluste und die Impotenz beim Planne, der Vaginis- mus bei der Frau. Im ersten Stadium der Krankheit sind die Funktionsleistuugen der Genitalien gewöhnlich noch völlig normal, weder das Begattungs- vermögen hat gelitten, noch zeigen sich übermässige Spermaabgänge. Doch allmählich, im 2. Stadium des Lasters, treten bei einem grossen Teil der Onanisten Störungen ein. entweder derart, dass die Erek- tion eine verzögerte ist, nur mit Aufbietung aller Fantasie eine die Begattung ermöglichende Steifung des Gliedes eintritt, oder infolge einer krankhaften Hyperästhesie kommt es zu einer ver- frühten Ejakulation. Besonders diese letzteren sind meiner Erfah- ]'ung nacli bei Onanisten keineswegs so selten, wie man gemeinig- lich wohl noch anzunehmen geneigt ist. Bei der geringsten ge- schlechtlichen Erregung kommt es zur heftigen Erektion, die oft auch von Ejakulation begleitet ist. Ja, es kann soAveit gehen, dass ein wollüstiger Gedanke allein, ohne jegliche Berührung des Gliedes, der Genitalien, sei es mit oder ohne Steifung des Gliedes, einen heftigen Samenerguss hervorruft, ein Vorgang, der um so lästiger und betrübender für den Patienten ist, als oft in anständigster und bester Gesellschaft eine derartige Ejaculatio seminis so schnell er-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0242.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)