Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![und auf eine Stufe zurückkehren, die gleichbedeutend wäre ndt einem Leben, wie das Thier es führt. Doch leider gerät auch der Geschlechtstrieb auf Abarten der verschiedensten Art, Abarten und Abwege, welche nicht dem natür- lichen Zweck des Geschlechtstriebes, der Fortpflanzung-, dienen, sondern die um- dazu angethan sind, den Sinnesreiz des überreizten und entnervten Kulturmenschen und Wollüstlinges zu kitzeln. Zu all diesen sexuellen Abarten, die Eeti küizlich zusammenfassend in seinem Werke: „Die sexuellen Gebrechen, deren Verhütung und Heilung, vom Standpunkt des praktischen xlrztes beleuchtet, in kui-zen Skizzen packend geschildert hat, gehört auch jene geschlechtliche Unart, der das vorliegende Werk gewidmet ist, die Onauie, die Selbst- schänduufij; jenes, am eigenen Körper begonnene Lastei-, welches teils in der schlechten und verkehrten Erziehung der Jetztzeit, teils im erkrankten und überreizten Nervensj'stem, teils in krank- haften Zuständen der verschiedensten Art u. a. m. seinen Grund hat. Die vorliegenden Blätter mit ihren, aus dem Leben ent- nommenen Beispielen werden zeigen, wie tief der ]\Ieusch durch diese abnorme, krankhafte Bethätiguug des Geschlechtssinns, diu'ch die Onanie, zu sinken vermag. Sie werden dem Leser ein Gebiet vor Augen führen, das ihm bisher meist eine terra incognita war, dessen Kenntnisnahme selbst den gereiften Mann mit Abscheu er- füllt, in ein Gebiet gxösster sittlicher Verworfenheit und Ver- kommenheit, das andrerseits aber den Leser nicht nui' mit Schaudern erfüllen soll, sondern das frei machen soll von traditionellem Vor- urteil, um selbst nach Kräften mitzuarbeiten an der Hebung und Verbesserung jener Hauptklasse unserer unglücklichen Mitmenschen, die der Onanie verfallen, der J u g e n d; mitzuwii'ken diu-ch eine ver- nmiftgemässe Erziehung derselben, denn uns Ärzte (und ebenso die Erzieher, die Pädagogen) müssen, wie G3'urkovechky (nach dem Vorbilde Max Xordaus) sich ausdrückt, ..konventionelle Lügen nicht zurückschrecken, im Literesse der Wissenschaft einerseits, im Interesse der leidenden Menschheit andrerseits. Leopold Casper^ ein Berliner Ai'zt, sagt in seiner „Impotentio et sterilitas virilis,. München 1890, dass das sexuelle Leben des Menschen, das mit Freimut zu besprechen, eine falsche Scheu bestanden habe, in seinen Alterationen vor das Forum des Arztes gehöre. Es ist nun bezeichnend für deutsche Ai't und Denkungsweise, dass das Kapitel der Onanie als eines anstössigen und augeblich das Sittlichkeitsgefülü verletzenden, noch nie, wenigstens in letzter 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)