Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Zeit, eine üffentliclie. wissenschaftliche, monographische DarsteUung in Dentschland erfalu-en hat. So sagt E^ti, loc. cit. Seite 23: „Onanie gehört zn denjenigen Gebrechen der ]\[enschheit, über die man nicht gerne spricht. Man will über diese Erscheinung der menschlichen Schwäche stillschweigend zur Tagesordnung übergehen. Die Sache ist jedoch von solch' bedeutender Ai't und ungeheurer Tragweite, dass es ein Verbrechen wäre, wenn der berufene Hüter der Ge- sundheit des Menschen, der Ai'zt, dem beliebten Vertuschungssystem beipflichten würde. Zumeist ist es falsch angebrachte Prüderie, augenverdrehende Heuchelei, angebliches Sittlichkeitsgefühl, welches diese grossen, das Wolü unserer Kinder beherrschenden Fragen als Vergehen gegen den guten Anstand und gute Sitte betrachten, und demgemäss bei jeder Gelegenheit unterdrücken, wenn Jemand über diese menschliche Verirrung ein offenes Wort sprechen wollte. Alte Weiber, Frömmler und Heuchler, rufen alle Schrecken der Hölle über den Verwegenen, der es in ihrer (iresellschaft wagen sollte, auch nur eine Andeutung über die weitverbreitete Onanie und ilire Verhinderung zu machen. Solche scheinheiligen Gemüter ärgern sich auch freilich darüber, dass die Kinder nackt geboren werden, und dass unsere Frauen nicht, gleich den Türkinnen, mit verhülltem Antlitze einhergehen. AVohlgemerkt ist diese Prüderie in den meisten Fällen nur der Deckmantel ihi'es eigenen verderbten licbens- wandels, und es ist Thatsache, dass die Onanie in diesen schein- heiligen, augenverdrehenden Kreisen ilii^e meisten Jünger findet. Über diese Gebrechen muss man jedoch offen und rück- haltlos sprechen, und die üble Art, mit der man diesen entschieden peinlichen Fragen ausweicht, ist zu verpönen. Durch das Lesen eines Werkes über 0nanie ist noch nie Jemand 0nanist geworden; d a s G e g e n t e i 1 i s t j e d o c h oft d e r F a 11 und die meisten Onanisten schrecken vor der ferneren Ausübung dieses Lasters zurück, wenn die verderblichen Folgen desselben klargelegt werden. Bis zum Jahre 1894 Avurde selbst iu hochgeleln-ten medizinischen Gesellschaften und Congressen die Onanie nie mit auf die Tages- ordnung gesetzt, sodass der bekannte hochverdiente Ophthalmologe Professor Dr. Hermann Cohn in Breslau als erster in einem Vor- trage: „Was kann die Schule gegen die Masturbation der Kinder thun auf dem 8. internationalen hygienisclien Kongress zu Budapest 1894 diese so wichtige F'rage einer öffentliclien Besprechung unter- zog und ausrufen konnte: „Ich gebe zu, dass ein gewisser Mut dazu gehört, eine uralte, immer nur übertünchte Wunde endlich ein-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)