Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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![meines Erachteiis vielleicht eine nicht minder orosse Bedeutung als die Prophylaxe der Syphilis. Wie hier der Staat durch das Prostitutionswesen, durch Kassen, Internierung- der erkrankten Frauenzimmer in ()tfentlichen Krankenhäusern etc. Abhilfe nach Möglichkeit zu schaffen sucht, so sollte er es auch thun gegen die Onanie, durch Vermittelung der Schulbehörden jeglicher Art. Die Prophylaxe der Onanie bei ErAMichsenen wird ja stets eine private sein und bleiben müssen, den Angehörigen und dem Arzte über- lassen werden müssen, Umsomehr sollte daher die Prophylaxe der Onanie in den Schuljahren gehandhabt werden, in den Jalu'en, wo ausserdem am allermeisten und verheerendsten das Laster wirkt, wo der grösste Teil der Menschheit demselben an- heimfällt. Es wii'd in den folgenden Zeilen meine Aufgabe sein, gerade diese Punkte der Prophylaxe der Onanie in den Schulen und in den Schuljalii-en gehörig zu würdigen und ins rechte Licht zu setzen. Eine richtige Pi'ophj^laxe gegen unser Laster kann daher meines Erachtens nach am besten durch folgende Mittel erzielt werden. I. Durch eine vernunftgemässe. richtige Erziehung und zwar a) durch eine richtige häusliche Erziehung, b) „ „ ,, öffentliche Erziehung. Die vernünftige Erziehung ist das wichtigste aller prophylak- tischen ]\Iittel, welche uns gegen die Onanie zu Gebote stehen. So- wohl die private häusliche, als auch die öffentliche Erziehung der Kinder in Schulen und Lehranstalten jeglicher Ai't vermag in erster Linie am meisten gegen das Übel auszurichten, während die anderen Mittel zur Verhütung des Lasters an Wichtigkeit gegen die Er- ziehung weit zmlicktreten, es sind: II. richtige Ernährung, III. richtige Bekleidung. IV. vernunftgemässe Beschäftigung und Abhärtung. V. Ausbildung eines willensstarken Charakters. la) Die Prophylaxe der Onanie durch häusliche Erziehung. Es ist klar, dass hier die Hauptrolle nicht dem Arzte, sondern den Eltern, resp. den Stellvertretern derselben zufällt. Leider stossen wir hier auf unüljerwindliche Schwierigkeiten, gelegen in den socialen Verhältnissen der unteren und zum Teil auch mittleren Bevölkernngs- Rohledor, Mastuibatiou. 16](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0263.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)