Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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![aber peiiilicli für eine .Mutter — luul sie ist ja die einzi^-e. die es tliuii kr)niite — sexuelle Verhältnisse mit einer kaum den Kinderschuhen entwachsenen Tochter besprechen zu müssen. Wo aber ^>rdacht oder g-ar (-Jewissheit physisch und moralisch schädigender Gewohnheiten besteht, wäre es g-eradezu unverant- wortlich, darüber zu schweigen. Die Aufklärung erfolgt sonst zu spät und in 1 lochst ungeeigneter Weise, z. B. durch gewisse, popu- lär-medizinische Schriften, die in den Schulen von Hand zu Hand zirkulie]-en und mehr Schreck und Schaden verbreiten als Nutzen stiften. Die Zeichen sind jeder Mutter bekannt; hier gilt es dann, in schonender Weise die junge Sünderin aufzuklären und mit Hilfe eines soliden Arztes den Schaden gut zu machen. Es erwächst aus alledem dem „soliden d. h. dem gewissen- haften Arzte die Pflicht, während der Zeit der zu erwartenden Periode die Mütter anzuhalten, die Mädchen bezüglich schädlicher, onanistischer Triebe unbemerkt doch streng zu beobachten: denn Menstruation und geschlechtliche Erregung stehen in innigem Connex. Dies beweist die Entwickelung der gesamten Genitalien, der Brüste etc. zur Zeit der herannahenden Menstruation. Diese Lebensperiode, die herannahende Menstruation und die falsche Erziehung in derselben erzeugt ferner den Boden für später auftretende Xervosität, Hysterie und Hypochondrie. Alle Muskel- übungen wirken hier am besten vorbeugend. Schwimmen. Schlitt- schuhlaufen, Fechten und andere gymnastische Turnübungen sind hiergegen die beste Prophylaxe, hingegen sind Reiten und Tanzen einzuschränken resp. überhaupt nicht zu gestatten, da sie gerade Veranlassung zur Onanie geben können. Dasselbe gilt vom Xäh- niaschinennähen, wenn überhaupt die soziale Lage der Familie ein Unterlassen desselben gestattet. Es ist nötig, dass das Benehmen des Kindes sowohl für sich allein als auch mit anderen Kindern und Spielgenossen einer steten stillen Kontrolle unterliegt, weil erfahrungsgemäss nicht selten Zu- sammenkünfte mit anderen Kindern desselben Gesclüechts behirfs Vornahme mutueller Onanie stattfinden. Man vermeide Alles, was, die Sinnlichkeit und Fantasie anregen könnte, sei im Verkehr mit Erwachsenen beim Dabeisein eines Kindes höchst vorsichtig. Auch der Verkelu- mit Dienstboten unterliege einer steten Aufsicht. ]Man verbiete den Dienstboten aufs strengste, mit den Kindern über sexuelle Dinge zu sprechen. Man besuche ferner in Begleitung von Kindern nie Tanzlokalitäten oder überhaupt in einem etwas](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0273.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)