Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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![Coitiis in diesen Fällen l)eiulii<ien. Einem geschleclitlicli normal, also lieterosexnell beanlagten unverheirateten oder gar solchem vei- heii'ateten Onanisten den ausserehelichen Verkehi' anzuraten, halten F ü r b r i n g e r und E i b b i n g mit Eecht geradezu als ein Ver- brechen. Trotz alledem sollte jeder Arzt den perversen Trieb in einen .normalen umzuwandeln wenigstens nicht unversucht lassen. Aller- dings gehört schon zu diesen ,.Versuchen*' eine ausserordentlich grosse Geschicklichkeit. Kenntnis der gesamten Vita sexualis, daraus resultierend richtige Beurteilung der tristen Lage und des Charakters •eines Homosexuellen. Erst dann, wenn der Urning merkt, dass der Arzt das richtige Verständnis seiner Lage besitzt, geniesst er das volle Vertrauen des ersteren. Es ist ferner nötig Bekämpfung der Nervosität, der nervösen Disposition durch hj'gienische ]\[ittel, Diätetik, richtige Umgebung und — Erziehung. Besonders Tarnowsky ist der Ansicht, dass bei schwach entwickelter conträrsexueller Beanlagung die Umgebung nach der einen oder anderen Seite geschlechtlich umstimmend zu wirken vermag und hält z. B. die Neigung der Kjiaben zu weiblichen Eigenschaften und umgekehrt die der Mädchen zu männlichen tür einen Fingerzeig, dass hinter diesem anscheinend unschuldigen Zuge Homosexualität stecke. Auch hier bewährt sich -der früher von niii* gegebene Rat, das Eintreten der geschlecht- lichen Entwickelung durch die Erziehung möglichst weit hinaus- zuschieben. ,.Wenn wir bedenken*', sagt Moll, „dass sehr viele Urninge die ersten Anzeichen ihrer Perversion bereits als Kinder noch vor der Pubertät beobachten, so müssen wir dem Gedanken näher treten, ob nicht der frühe Beginn der geschlechtlichen Ent- wickelung mitunter den Knaben zur homosexuellen Neigung infolge der leichteren Nähe von Knaben führt und ol) nicht hieraus später eine dauernde Perversion hervorgehen kann. Und auch der Urning-Onanist vermag trotz seines immens intensiv ausgeprägten sexuellen Triebes durch tagtägliche Willens- kräftigung, Selbstbeherrschung und -Bekämpfung bis zu einem ge- wissen Grade HeiT seiner verderijlichen Leidenschaft zu werden. IV. Die jisychisch-suggestive Therapie der Onanie. Die psychische Therapie ist. wie erwähnt, vom Freiherrn v. Schrenck-Notzing-München am meisten gewürdigt und an-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0310.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)