Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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![Er liess einem kleinen, heftig' niastnrbierenden Knaben einen goldenen Ring, ähnlich den Ohrringen, anfertigen und durch die Vorhaut ziehen. Das Mittel erreichte in kurzer Zeit seinen Zweck. Mag auch in gewissen seltenen Ausnahmefällen der Arzt sogar berechtigt sein, zu einem so grausamen, operativen Heilverfahren seine Zuflucht zu nehmen, so darf doch nicht verkannt werden, dass es Fälle von Onanie giebt, wo es Zwecks Erreichung des Ziels, der Ejaculatio spermatis, der Erektion gar nicht bedarf, oder, richtiger gesagt, gar nicht mehr zur Erektion kommt. G-erade derartige wild und wüst Masturbierende besitzen oft einen hoch- gradig hyperaesthetischen Genitalapparat, und bringen es durch Erhitzung der Fantasie leicht dahin, dass die Ejaculatio seminis oft schon vor der Erektion eintritt, ein Übergangsstadium oder vielmehr schon das erste Stadium der krankhaften Samenergüsse. Bei allen derartigen Onanisten wäre natürlich die Inflbulation eine völlig verkehrte Operation, da sie nur im Stande ist, das Zustande- kommen der Erektion, aber nicht der Ejakulation zu verhüten. Ganz abgesehen davon, dass später] die gegenseitige Operation, die Phimosenoperation, die Beschneidung wieder gemacht werden müsste. 2. Der Inflbulation beim männlichen Geschlecht entspricht die Olitoridectoniie beim weiblichen. Doch auch eine Inflbulation der Frau ist versucht worden, aber zu anderem Zwecke, zur Ver- hütung des Zustandekommens eines Coitus schon längst von wilden Völkerschaften geübt worden. Bloss giebt in seinem Werke: ,.Das Weib, 4. Auflage von Barthel folgende interessante Details darüber. Es ist nach diesem Autor die Inflbulation, welche beim Weibe im Beschneiden der kleinen Labien, im Vernähen der Wund- ränder bis auf eine kleine Öffnung und im Zusammenheilen besteht, allgemein eingeführt bei den Gallas, Somalis, Bedschas, auf Massauah, bei den Einwohnern Harrars u. s. w. Hierdurch soll die Keusch- heit des Mädchens bis zur Verheiratung gesichert werden. Vor der Verheiratung werden daher die beiden kleinen Labien wieder getrennt. Auch wenn der Gatte verreist, wird des öfteren zu diesem gTausamen Verfahren gescMtten, und Sklavenhändler führen sie aus, um ihre Sklavinnen vor Schwangerschaft zu schützen. Nach Brehra wird die Operation von alten Weibern ausgefülirt, welche mit dem stumpfen Messer das arme Mädchen so lange quälen, bis der nötige Teil der Schamlippen abgerupft ist. Vor der Hochzeit wird den Angehörigen des Mädchens vom Verlobten ein getreues.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0320.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)