Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen.
- Hermann Rohleder
- Date:
- 1899
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Credit: Die Masturbation; eine Monographie für Ärzte und Pädagogen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Diese Form der Onanie tindet sieli wulil nur bei den aus- g-emei'geltsten und mit allem Raffinement vorteilenden Wollüstlingen, bei denen alle drei vorher genannten Arten nicht mehr anschlagen, nicht mein- den geAvünsehten Erfolg haben. So hat die Phantasie derartig sittlich corrui)tie]-ten Leuten, denen Hände, Lippen, Zunge u. a. Körperteile nicht mein- zur Erreichung ihrer onanistischen Zwecke genügen, schon im grauen Altertum eine Menge von Instru- menten geschaffen, die mehr oder weniger geschickt die Stelle des Cupulationsorganes des anderen Geschlechts in Gestalt des erigierten Penis, resp. des Introitus vaginae etc. vorstellten. Bei (kriechen und Römern wurden diese Listrmnente Phallus genannt (urs[)rüug- lich von cfä/dos, penis). In jeglicher Grösse und aus jeglichem ^Material, vom gewöhnlichsten bis zum feinsten Golde, wurden dieselben gefertigt. Ich habe oben angeführt, wie schon Ezechiel gegen die Verdorbenheit des israelitischen Volkes eifert und ihnen zum Vorwurf macht, dass sie aus den goldenen und anderen Vasen Xachl)ildungen von männlichen Gliedern zur Selbstbefriedigung ge- macht hätten. Bei den alten Griechen und Römern waren diese Phallusinstru- mente so allgemein bekannt und man fand so wenig etwas An- stössiges an denselben, dass sogar berichtet wird, die Frauen hätten diesen)en als Schmuckgegenstände getragen, die Männer dieselben an den architektonischen Verzierungen von Bau- und Kunstdenk- mälern angebracht, und bei gewissen VöLkerstämmen sie gleichsam Gegenstände einer Art Kultus gewesen wären. Es mirde dieses letztere, von unserem heutigen psycMatrischen Standpunkte aus als psychopathologisch, als jene Verii-rung des Geschlechtstrieljes be- trachtet werden können, die wir nach dem berühmten Psj'chiater V. Krafft-Ebing als Fetischismus bezeichnen. Seit dieser Zeit ist die Masturbation mit derartigen Instru- menten auch nie ^^ieder ausgestorben und bis auf unsere Tage hin- durch von allen A'r)lkern, so die Erde hat kommen und gehen sehen, ausgeül)t worden. A\'enn ein französischer Autor glaubt, dass der Phallus wähi^end des Mittelalters verschwunden gewesen sei. um in besserer Vervollkommnung im 18. Jahrhundert T^ieder aufzutauclien, so bleibt er uns den Beweis hierfür schuldig, warum gerade eine im ^Mittelalter durch Jalirtausende hindurch sich vererbte Unsitte allgemein verschwunden sein sollte, um erst nach Jalulmnderten plötzlich wieder aufzutauchen. Aus China erzählt M. Jeannel, dass zu Tien-Tsin aus einer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209145_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)