Copy 1, Volume 1
Grundsätze der praktischen Heilkunde durch Krankheitsfälle erläutert. Zum Gebrauche für Wundärtze / [Ignaz Rudolph Bischoff].
- Ignaz Rudolf Bischoff
- Date:
- 1823-1825
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundsätze der praktischen Heilkunde durch Krankheitsfälle erläutert. Zum Gebrauche für Wundärtze / [Ignaz Rudolph Bischoff]. Source: Wellcome Collection.
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![wahrem Schwächezustaiide, und minderer lleftiükcit der Syni|»te5ne, als hei dem hitzigen INcrvenfieber ver])unden. nnleischeidet sich yon Zehrfieber (^Ftbris hec~ tica)^ und Schwindsuchtsfieber {Febris phthisica)^ Bei schleichenden Nervenfiebern ist kein Organ in seinem Bane zerstört, hei Zehrfiebern ist ein organischer nicht in Eiterung bestehender Fehler vorhandenbeim Schwindsiichtsfieber ist Zerstörung eines Organs diirch Eiterung als Ersache zugegen. Durch lange Zeit gehen oft Vorboten von Abge- i schlagenheit, übler Laune, Unlust zu Geschäften voraus, l öfteres geringes Frösteln befällt den Kranken , die fol- 1 gende Hitze ist mäfsig mit deutlichen langen Nachlässen; I täglich oder uni den zweiten Tag verschärft sie sich, i ist dem berührenden Finger brennend, an der JIohlhar.d t und in den Fnfssoliien vorzüglich vermehrt, der Kranke ’ vermag nicht die geringste Anstrengung wegen Erjnattung \ zu vertragen, der Kopf ist eingenommen mit einem Ge- I fühle von Leere, öfteres Ohrenklingen und Schwindel ; : das Gesicht eingefallen mit Hingen um die Augen, ; die Wangen sind oft roth umsehfieben , die Zunge trok- j ken , der Durst vermehrt, das Athinen bei der Verschär- \ fung schnell, die Haut trocken, oft auch von entkräiten- j den Sehweifsen bedeckt; der Urin roth oder gelb, bis- > weilen mit einem schillernden Häutchen versehen , der ) Stuhlgang zu Durchfällen geneigt, der Fuls nicht inuner ] gleichförmig, sehr häufig, zitternd, klein und schwach. In dem langsamen Verlaufe, der sich wenigstens j bis zum 2g. Tage, aber auch oft bis zu 6— I2 Wochen i erstrecken kann, nimmt der Umfang des Körpers ah, die i Augen sinken in ihre Höhle, die Muskeln an den Armen ] und Füssen schwinden, die Knochen ragen überall her- i vor, die Haut wird runzlieht und welk, es stellt sich ( vnrühergekendes Irrereden ein, die Sprache wird schwer und heiser, oft sterben die Kranken plötzlich aus Schwä- ; che, oft tritt Wassersuclit oder Lüng*ensehwindsLicht I lünzu , lind führt den Tod herbei. Anlage zu diesem Fieber liaben besonders schwäch- I liehe, übel anssehende, durch Krankheiten, Aosscliwei- i lüngen , Anstrengung und Säfte Verlust erschöpfte Men- j sollen. jllrregende Ursaclien sind: eingeschlossene feuchte Luft, dürftige Nahrung, Gifte, niedcrdiückeivde Leiden- scliaften , Nervenkrankheiten , unlerdrückte iXusschläge und Aushüsse, vorausgellende Fieber, hesondors Schleiin- fieher, hitzige Nervenfieber und Wecliselüeber,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29333398_0001_0243.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


