Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1912
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Credit: Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein. Source: Wellcome Collection.
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![anderes Mal zurückkommen werde. In diesem Aufsatze jetzt beabsichtige ich nur über die Erfahrungen, welche ich im \ erlauf der letzten 2 Y2 Jahre über die Behandlung der chro- nischen Magenerweiterung mit der Magenpumpe gesammelt habe, einen ausführlicheren Bericht zu erstatten und einen vor- läufigen Abschluß auf diesem speziellen Gebiete zu gewinnen. [6] Die Idee zur Anwendung der Magenpumpe bei Magen- erweiterung kam mir im Frühjahr 1867 gelegentlich einer Beobachtung, die ich hier zunächst mit allen Einzelheiten mit- teilen will, da sie der Ausgangspunkt für meine weiteren Ver- suche geworden ist und des Interessanten viel darbietet. Beobachtung 1. Mädchen, 25 Jahre alt. Erweiterung des Magens, wahrscheinlich durch Ulcus pylori, Hypertrophie des Pförtners und chronischer Katarrh des Magens. Enorme Abmagerung. Eigentümliche Krampfanfälle. Heilung. Marie Weiner, Bauernmädchen von Heimbach, litt seit dem 11. Lebensjahr am Magen. Sie wurde nach dem Essen öfters von heftigen Schmerzen in der Magengegend befallen und erbrach saure Massen. Sie kam dadurch von Kraft, gedieh nicht und wurde blaß. Nach dem Austritt aus der Schule im 14. Jahre stellte sich das Erbrechen nach dem Essen häufiger ein, alle 2—5 Tage. Im 15. Jahr den Sommer hindurch Intermittens, anfangs Tertiana, später Quartana. Die Menstruation trat erst im 20. Jahr ein, war bis zum 23. regelmäßig und blieb dann weg. Vom 21. bis 23. Jahr hörte das Erbrechen fast 2 Jahre lang ganz auf, ohne daß irgendwelche Veränderungen in der Lebensweise vor sich gegangen wären. In diesem Zeiträume ertrug sie jede Nahrung, fühlte sich wohl, und wurde, ohne gerade sehr stark oder fett zu werden, doch kräftig genug zur Feldarbeit. Im Winter 1864/65 kehrte ohne bekannte äußere Ver- anlassung der heftige Schmerz nach dem Essen mit Erbrechen wieder. Anfangs trat das Erbrechen täglich nur einmal, später unter Abnahme der großen Schmerzhaftigkeit mehrere Male aut. Der Appetit blieb gut. Pat. fühlte nach dem Essen Blähung und Druck in der Magengegend, es erfolgte saures Aufstoßen, und endlich, 1—5 Stunden nach dem Genuß der Speisen, Erbrechen von sauer riechenden und schmeckenden graubraunen Massen im Betrag von 1—4 Schoppen. Im Erbrochenen und Stuhl war nie Blut. Pat. magerte ab und wurde im Frühjahr 1867 so . elend,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28069249_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


