Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1912
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Credit: Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![hatte. Vergeblich hatte man den Magen in der letzten Woche des Septembers und der ersten des Oktobers alle Morgen mit einer Lösung von unterschwelligsaurem Natron (4—8 g auf die Flasche Wasser), in den folgenden Wochen des Oktobers mit sehr verdünntem Aq. Creosoti (20—30 g auf die Flasche Wasser zu einer Waschung) ausgewaschen, man konnte die Sarcine nicht wegschaffen. Am 29. Oktober verließ M. abermals das Hospital, kehrte aber schon am 8. November zurück, weil er sich zu anstrengender Arbeit noch immer zu schwach fühlte. In der Tat hatte er wieder infolge unordentlicher Lebensweise abgenommen, wog 2 Tage nach der Aufnahme nur 103 Pfund, während er vor seinem Austritt 105 gewogen hatte. Er pumpte sich wieder regelmäßig morgens mit verdünntem Kreosotwasser aus, und wog genau 4 Wochen nachher etwas mehr, nämlich 108 Pfund. Obwohl nun M. nichts weniger als genau nach unseren Vor- schriften lebte, sondern sich allerlei schwerverdauliche Speisen zu verschaffen wußte, Backwerk, Speck u. dgl., so gedieh er doch sichtlich mehr und mehr. Machten ihm die unerlaubten Speisen oder schlechtes Bier, das er heimlich trank, Indigestion, so griff er zur Pumpe und entfernte die indigesta moles. Er entleerte sich nicht selten zweimal an einem Tage den Magen, den er morgens mit Kreosotwasser und abends mit Soda- oder Brunnen- wasser auswusch. Über Magenweh, Schlaflosigkeit, Schwäche u. dgl. klagte er im Januar 1869 kaum mehr, und der Stuhl erfolgte an den meisten Tagen von selbst. Die Sarcine aber verschwand bis zu seinem Austritt am 30. Januar nicht, sondern war, wenn auch vermindert, doch noch immer in der morgens ausgepumpten Flüssigkeit. Als er mit einer Magenpumpe und Sonde beschenkt von uns schied, sah er sehr gut aus und wog 15—16 Pfund mehr, als beim Beginn der Kur 7 Monate zuvor. Er war endlich arbeitsfähig geworden. Als er 3 Monate hernach uns wieder besuchte, sah er noch immer vortrefflich aus und befand sich wohl. Sechs Monate später aber erhielt ich einen Brief, worin er mir klagte, daß er trotz fortgesetzter Anwendung der Pumpe infolge ungewählter und schlechter Kost wieder übler geworden sei, zwar nicht mehr erbreche, aber sehr trägen, festen Stuhl habe und seit einiger Zeit von Kraft komme. [65] Die Erweiterung des Magens hatte bei diesem Kranken keinen so hohen Grad erreicht, wie in den meisten bisher mit- geteilten Fällen. Dagegen bestand das Magenleiden viel länger wie in allen anderen, nämlich 19 Jahre, und niemand erbrach sich so häufig wie er. Am merkwürdigsten ist gewiß die außerordentliche Resistenz der Sarcine gegen die 5 Monate](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28069249_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)